Schülerzahlen: Land schraubt Richtlinien hoch / Doppelstandort im Gespräch

Zu wenig Lehrer: Dünnes Eis für Dährer Schule

+
Der Sekundarschulstandort Dähre beschäftigte den Kreistag. Der Lehrermangel hat dramatische Formen angenommen. Doch auch mit den Schülerzahlen könnte es eng werden. Das Land schraubt gerade seine Richtlinien hoch.

Salzwedel / Dähre – Der Schulstandort Dähre war am Montag Thema im Kreistag. Die Angst ist groß, dass die erste Schule im Altmarkkreis nicht wegen Schüler-, sondern wegen Lehrermangel geschlossen wird. Die Freie Liste hatte das Thema auf den Tisch des Hauses gebracht.

Deren Abgeordneter Dirk Kuke machte deutlich, dass der Sekundarschulstandort erhalten bleiben muss, da die nächsten dieser Schulen in Beetzendorf und Salzwedel, also jeweils mehr als 20 Kilometer entfernt sind.

Inzwischen gibt es eine leichte Entspannung bei den 15 Lehrern: Von den beiden befristeten Gastlehrerinnen hat eine ihren Dienst angetreten, die andere kommt zum 1. November, berichtete Landrat Michael Ziche. „Zudem richten wir den Blick auf Seiteneinsteiger. Die Versorgung mit Lehrern ist nicht gut“, blickte er auch auf das Salzwedeler Jahn-Gymnasium, an dem nicht genügend Mathe-Lehrer unterrichten. „Deswegen waren die Ergebnisse des Abiturs auch nicht so gut. Das sind alles Fehler aus der Vergangenheit“, so der Landrat.

Zurück nach Dähre: Die Schülerzahl sei an der Sekundarschule mit 181 relativ konstant, meint der Landrat und blickt auf die Vorgaben zur Schulentwicklungsplanung. Doch beim Land bastelt man bereits an ganz neuen Richtlinien. Bei den Ausnahmeregelungen mit 120 Schülern war Dähre bislang auf der Habenseite. Doch nun heißt es: „Die Ausnahme 120 Schüler für den dünn besiedelten Raum entfällt.“ Weiter vermerkt der aktuelle Entwurf des Arbeitspapiers „Verordnung zur Schulentwicklungsplanung 2022“: „Die Ausnahmeregelung zum Absenken auf 180 Schüler wird auch auf Mehrfachstandorte erweitert.“ 180 Schüler – da wird das Eis für Dähre ganz dünn.

Weiter ist bekannt, dass es im Land nur zwei Sekundarschulen geben soll, die weniger als 180 Schüler aufbieten. Eine davon ist die Sekundarschule Dähre. Dort würde die Möglichkeit bestehen, zu prüfen, ob die beiden Sekundarschulen – Dähre und Beetzendorf – zu einer Schule mit zwei Standorten verschmolzen werden können. Das wäre dann analog der bereits bestehenden Verordnung für Grundschulen.

Die PVGS könnte den Schülertransport sicherstellen, stellte der Landrat fest. Die Frage sei nur, wer das bezahlen solle und wie lange die Kinder dann mit Bussen durch die Gegend gegurkt werden.

Angelika Scholz (Linke): „Lehrer werden wir nicht dazu bekommen. Es brennt im ganzen Kreis.“ Sie setzte sich mit ihrer Forderung nach einem Runden Tisch durch. Ob der allerdings außer Debatten auch Lehrer bringe, sei mehr als fraglich, formulierte ein Kreistagsmitglied. Fakt ist: Der Kreistag sprach sich dafür aus, den Sekundarschulstandort in Dähre weiterhin zu erhalten.

VON HOLGER BENECKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare