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Die Welt redet, die Altmärker handeln. Von woche zu woche

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 Auf der UN-Klimakonferenz im Dezember in Paris wurde ein großer Durchbruch erzielt. Heißt es. Was da durchbricht, bleibt abzuwarten. Viele Worte und bislang wenig Taten. Einen praktischen Durchbruch hat es gegeben. In der Altmark.

Eine kleine Gruppe von Aktivisten hat es nach jahrelangem zähen Kampf geschafft, eine CO2-Verpressung unter die altmärkische Erde zu verhindern. Die Versuchsanlage dafür, die Modell für ganz Deutschland sein sollte, stand in Maxdorf. Dank der Bürgerinitiative „Kein CO2-Endlager Altmark“ ist diese nicht in Betrieb gegangen, musste sogar wieder abgebaut werden

Während in Paris die UN-Klimakonferenz mit mehr als 130 Staats- und Regierungschefs sowie 40 000 Diplomaten, Umweltschützern, Wirtschaftsvertretern und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt lief, wurden von Maxdorf die großen Tanks weggefahren.

Holger Benecke

Beim Internationalen Hansetag 2008 in Salzwedel hatten die Verpresser im großen Zelt der Wirtschaft auf dem Kulturhausvorplatz mit einer schicken Präsentation erklärt, wie gut sich CO2 unter die Erde verpressen lässt. Nur wenige erkannten, dass es keine Alternative ist, einfach so weiterzumachen wie bisher und das giftige Gas statt in die Atmosphäre zu blasen unter die Erde zu verpressen. Die ersten Aktivisten fanden sich im kleinen Landgasthaus Schulz in Altensalzwedel in der altmärkischen Provinz zusammen, nahmen von dort aus den Kampf David gegen Goliath auf und – gewannen. Es war kein lauter, gröhlender Protest. Es war eine ausgeklügelte Kampag-ne, deren Sachargumenten sich kaum jemand verschließen konnte. Sie ließen nicht locker, schlossen sich mit anderen CO2-Gegnern deutschland- und weltweit zusammen. Mit Erfolg.

Doch nicht nur das. „Kein CO2-Endlager Altmark“ waren nicht nur Gegner und Protestler – sie zeigten auch, wie es anders geht. Sie gründeten, die „BürgerEnergieAltmark“, eine eingetragene Genossenschaft, die sich dem Erzeugen alternativer Energien verschrieben hat und zahlreiche Projekte aus dem Boden gestampft hat. Ein Solarpark auf dem Gelände des ehemaligen Salzwedeler Chemiewerks war das erste und wies die Richtung.

Von Holger Benecke

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