Abgespeckter Weihnachtsmarkt im Rückblick / Interview mit Jost Fischer

„Das war ausreichend“

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Der Schnee ist weg, der Weihnachtsmarkt abgebaut. Die veranstaltende Werbegemeinschaft wertet die 16 Tage insgesamt gesehen als Erfolg.

Salzwedel. Der Weihnachts- und Baumkuchenmarkt ist Geschichte – die Meinungen darüber sind geteilt. Dazu ein Interview mit dem Vorsitzenden der Salzwedeler Werbegemeinschaft, Jost Fischer.

AZ-Interview

16 Tage Weihnachts- und Baumkuchenmarkt in Salzwedel – ein Erfolg?

Jost Fischer: In einer Hinsicht ja, für die Stadtgröße Salzwedels war es ein kleiner, kuscheliger Markt. Aus zweiter Sicht vielleicht verbesserungswürdig, weil Stände wie Quarkbällchen und Waffeln kurzfristig abgesagt wurden.

In der Woche war wenig bis nichts los. Woran lag das?

Wir machen das schon etliche Jahre – montags bis mittwochs ist Saure-Gurken-Zeit, weil viele das Wochenende verdauen oder auf Montage sind. Die Händler wollen aber auf die Stände auch an diesen Tagen nicht verzichten, weil das Mittagsgeschäft wichtig ist.

Wochentags waren viele Stände schon um 18, 19 Uhr dicht. Wie kam das an?

Wenn schlechtes Wetter und kaum ein Besucher da ist, kann das passieren. Wir haben immer darauf hingewiesen, dass in der Kernzeit von 14 bis 19 Uhr offen sein sollte. Die Vereine haben meist auch nicht so viel Personal, den Ausschank die volle Zeit zu gewährleisten.

Denken Sie darüber nach, den Weihnachtsmarkt auf ein paar Tage zu straffen?

Mit der Abrechnung der Energiekosten bekommen alle Beschicker einen Fragebogen, dann werden wir sehen. Wir haben aber schon eine kleine Umfrage gemacht, danach wollen die Versorger gern so weiter machen mit den drei Wochenenden, denn sie sind das Hauptgeschäft.

Dieses Jahr gab es eine abgespeckte Variante ohne Bühne und mit weniger Programm. Wegen der GEMA?

Unter anderem. Ich wollte seit Jahren eine kleinere, gemütlichere Bühne. Das hat auch was mit Kosten zu tun. Die Akteure waren zufrieden, das war ausreichend.

Ist so ein Markt ein Plus-Minus-Null-Geschäft?

Nein, der Verein gibt Geld dazu. Es kann auch gar nicht plus-minus-null laufen. Die Kosten sind aber überschaubar.

Wie haben die Standbetreiber die 16 Tage bewertet?

Die gestandenen Händler, die so etwas häufig machen, sehen die Sache ganz entspannt. Es gibt Regentage und Tage, an denen trotz guten Wetters nichts läuft. Das ist nun mal so. Wer das nur mal macht, denkt vielleicht, dass es sich nicht gerechnet hat. Aber die Mehrheit geht da ganz entspannt ran.

Von Ulrike Meineke

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