Apenburger Knecht Ruprecht fährt am Heiligabend etliche Kilometer / Festlicher Stress ist für ihn positiv

Weihnachtsmann seit 20 Jahren

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Der Apenburger Weihnachtsmann unterwegs. „Seit rund 20 Jahren mache ich diesen Job und es macht mir immer noch viel Spaß“, sagt der Mann mit dem weißen Rauschebart und dem roten Samtmantel. Heiligabend bedeutet immer etwas Stress, doch dieser ist positiv.

Apenburg / Beetzendorf / Klötze / Salzwedel. Wenn am Heiligabend in der Apenburger Kirche das Krippenspiel aufgeführt wird oder der Chor singt, dann hat der ehrenamtliche Weihnachtsmann einen gehörigen Termindruck zu bewältigen.

Weihnachtsbäume dürfen natürlich nicht fehlen. Die Nordmanntanne steht dabei oft an erster Stelle.

Stress am Weihnachtsabend, das bedeutet für den Apenburger Knecht Ruprecht, dass er Heiligabend ordentlich Kilometer schrubben muss. Und um es gleich vorwegzunehmen: Der Weihnachtsmann hat die Altmark-Zeitung ausdrücklich darum gebeten, nicht mit seinem bürgerlichen Namen genannt zu werden. Eingeweihte, die den ehrenamtlichen Jute-Sackträger trotzdem erkennen, wissen ohnehin Bescheid. „Aber einige Kinder glauben wirklich noch an mich und dieses Vertrauen möchte ich nicht verlieren“, sagte der Mann mit dem weißen Rauschebart und dem roten Samtumhang auf Anfrage. Doch die Zeit für ein Interview ist begrenzt, bemerkt der Weihnachtsmann. Er muss gleich wieder weiter.

Der Sack ist bis obenhin gefüllt mit Geschenken und das Auto aufgetankt. Also kann es am Heiligabend auf die Piste gehen. Dass es in diesem Jahr nicht tief verschneit ist, vereinfacht die Sache. In manchen Jahren hat Knecht Ruprecht gut zehn Stationen zu absolvieren. Dieses Jahr geht es unter anderem darum, Kinder in Salzwedel, Klötze, Beetzendorf, Hohentramm sowie in Klein und Groß Apenburg glücklich zu machen. Die Nummer, bei den Kindern Respekt einzufordern und um ein Lied oder Gedicht als weihnachtlichen Kulturbeitrag zu bitten, hat der Mann perfekt drauf. „Das ist kaum verwunderlich. Seit rund 20 Jahren mache ich diesen Job und es macht mir immer noch viel Spaß“, sagt der Bärtige und hetzt zum nächsten Termin.

Nun kommt von der Altmark-Zeitung die Standardfrage: „Bis zu welchem Alter glauben denn die Mädchen und Jungen an den Weihnachtsmann?“ Der Alte überlegt kurz, dann antwortet er: „Also bis zum siebten Lebensjahr klappt das eigentlich recht reibungslos. Aber wenn die Kleinen dann acht oder neun Jahre sind, muss man schon sehr respektvoll auftreten“, sagt der Gestiefelte. Andere Apenburger Weihnachtsmänner sind heute bereits in Pension gegangen, so wie zum Beispiel Andreas Schwieger, der seinen Namen daher auch nicht verheimlichen muss. Er erinnert sich an seine aktive Zeit: „Damals habe ich den Job auch jahrelang gemacht. Wir waren drei Familienväter und haben uns ausgetauscht. Das hat viel Spaß gemacht“, machte Senior-Kecht Ruprecht Schwieger deutlich. Die Zeiten für die Weihnachtsmänner werden immer schwieriger, doch „Sehen ist Glauben“ ist bei den Kleinen immer noch tief verankert.

Von Kai Zuber

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