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Weihnachten kocht die ganze Familie

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Von: Holger Benecke

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Obst- und Gemüsehändler Thomas Gießel gibt Tipps für den Weihnachtsschmaus. © Benecke, Holger

Schlangen vor den Fleischerläden, geschäftiges Gewusel auf dem Wochenmarkt. Letzterer war gestern das Zentrum für alle jene, die Wert auf heimische Produkte und auf ausgesuchte Qualität legen. Da ist Thommy der Obst- und Gemüsehändler auf dem Bauernmarkt die erste Wahl. Thomas Gießel, der eigentlich aus der Prignitz stammt, aber in Bretsch lebt, hört seinen Kunden zu. Er weiß, was sie wollen, besonders zu Weihnachten, und stellt sich darauf ein.

Salzwedel - Gießel war schon zu DDR-Zeiten Marktbeschicker, ist dann mit der Wende auf Gartenbau und Landwirtschaft umgestiegen. 2000 hat es ihn wieder gepackt. Seitdem bedient er wieder die regionalen Märkte mit regionalen Produkten. „Wintergemüse, Clementinen, Orangen, Speisekartoffeln, Grünkohl“, listet Gießel, alias „Thommy – alles Banane“, so sein Wahlspruch, auf, wonach die Kunden vor Weihnachten verlangen. Kartoffeln, dafür muss er ein Händchen haben, denn die einen wollen mehlig, die anderen festkochend. „Mehlig wird vor allem im Osten aus den alten Essgewohnheiten heraus verlangt“, sagt er. Auf dem Markt in Wittenberge macht der mehlige Anteil seiner verkauften Kartoffeln 70 Prozent aus.

„Zu Weihnachten nimmt man die Mehligen für Klöße und die Festen für Kartoffelsalat“, gibt Thommy auch Tipps. „Allerdings sind die mehligen auch schneller gar und du verbrauchst weniger Strom“, verrät der Händler ein weiteres Geheimnis.

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Festkochend oder mehlig? © Benecke, Holger

Denn der Marktbeschicker ist auch leidenschaftlicher Koch und Bäcker. Einmal hat er Pfannkuchen auf dem Markt gebacken, „richtig große, schön in Schmalz ausgebacken“, schmunzelt er. Sofort hatte er eine Schlange am Stand. Nur Obst und Gemüse hat er an diesem Tag wenig verkauft.

Auch für die Zubereitung von Rotkohl zum Rehbraten mit Kartoffelklößen, verrät er die Kniffe: „Apfel nicht vergessen und den angebratenen Speck.“ Vom Kraut im Glas hält der Frische-Mann nicht so viel. „Der Festtagsschmaus muss auch wirklich munden“, macht er deutlich.

„Die Kunden müssen bekommen, was sie wollen“, hält Thommy wenig davon, den Leuten etwas aufzuschwatzen. „Und die Qualität muss stimmen“, setzt er bei Äpfeln wegen der Vitamine auf alte Sorten. Und was macht er Weihnachten? „Mit der Familie zusammen kochen und backen.“

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