Angeklagter bricht vor Gericht in Tränen aus / 25-jähriges Opfer mit Faustschlägen und Tritten attackiert

Wegen zwei toter Katzen Freundin verprügelt

klü Salzwedel. Zwei tote Katzen waren der Auslöser für den Ausraster eines 28-Jährigen. Wegen Körperverletzung musste sich der Salzwedeler vor dem Richtertisch im Amtsgericht einfinden.

Im Gericht

„Ich war ziemlich betrunken und weiß gar nicht mehr richtig, was ich da getan habe“, schilderte der Angeklagte vor Gericht. Er war im September 2015 im Rausch in die Wohnung seiner damaligen Freundin eingebrochen und hatte sie verprügelt. Neben Schlägen ins Gesicht, Tritte und Würgen brach der Angeklagte seiner Freundin auch einen Zahn ab.

Fünf Jahre waren der 28-Jährige, der als Hausmeister arbeitet und Hartz-IV bezieht, und das 25-jährige Opfer ein Paar. Bis die Altenpflegerin eine Beziehungspause wollte. Über eine Woche lang sah sich das Paar nicht. Die 25-Jährige hatte für die Zeit zugesagt, sich um die Katzen des Angeklagten zu kümmern.

„Als ich nach knapp zehn Tagen einen Anruf von der Polizei und von meiner Vermieterin bekommen habe, dass meine Katze tot im Fenster hing, bin ich direkt zur Wohnung“, so der Angeklagte und bricht in Tränen aus. Durch das angekippte Fenster wollte die Katze die Wohnung verlassen und erhängte sich dabei.

„Ich habe meine Katze begraben. Und dann ist ein paar Tage danach die Baby-Katze an Unterernährung gestorben, obwohl ich versucht hatte, sie zu füttern“, erzählt der 28-Jährige. Und daraufhin habe er in seiner Trauer getrunken.

„Es war plötzlich so laut an der Tür“, schildert das Opfer bei der Vernehmung durch Richter Klaus Hüttermann. Als sie im Flur stand, brach ihr Freund durch die Wohnungstür. „Er hat mich direkt geschlagen, mich gewürgt. Auch als ich am Boden lag, hat er auf mich eingetreten“, erzählt die junge Frau weiter. Der Angeklagte zertrümmerte den Fernseher, verfolgte sie durch die Wohnung. „Irgendwann war er kurz draußen und stand plötzlich mit dem toten Katzen-Baby im Arm in der Wohnung und brüllte mich an“, so die 25-Jährige. Dann sei er einfach abgehauen.

„Sie haben ein umfassendes Geständnis abgelegt, das spricht für Sie. Aber dieser Ausraster wegen zweier toter Katzen, das ist völlig inakzeptabel“, führte die Staatsanwältin aus. Der Angeklagte war schon des Öfteren wegen seines aggressiven Verhaltens aufgefallen. „Es gibt zwar keine Strafanzeigen gegen Sie, aber bei der Polizei wird unter Ihrem Namen eine Gefährdungsaussage geführt. Sie haben schon mal zugeschlagen, unter anderem haben Sie einen Freund von sich verprügelt“, so Richter Hüttermann und verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 1200 Euro. Zusätzlich stimmte Richter Hüttermann der Nebenklage mit einem Schmerzensgeld von 3000 Euro und der Übernahme der Zahnarzt- (194 Euro) sowie der Anwaltskosten (650 Euro) zu.

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