Fraktion „Land bis Stadt“ will Ortschaften durch Kompromiss helfen

Wegen Windkraft: Mehr Geld für Ortschaften im Salzwedeler Raum

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Windparks wie der zwischen Liesten und Jeggeleben sollen wieder direkt etwas für die angrenzenden Dörfer abwerfen. Eine Stadtratsinitiative besagt, einen Teil der Einnahmen der jeweiligen Ortschaft zu spenden.

Salzwedel – Mehr Geld für Orte, die an Windparks angrenzen – die Fraktion „Land bis Stadt“ will mit dieser Idee das kommunale Leben im Schlagschatten von Energieanlagen ein wenig gerechter machen.

Ein entsprechender Antrag ist nach AZ-Informationen Ende August gestellt worden und soll in einem der kommenden Ausschüsse besprochen werden.

Wer sich in Dörfern wie Pretzier, Groß Chüden und Liesten umhört, stößt immer wieder auf Gegner der grünen Metallspargel. Entsprechend unnachgiebig wird daher auch auf das Einhalten der bislang existierenden Höhenbeschränkung gepocht.

Was bisher zumindest im Salzwedeler Raum fehlte: der Gedanke, den Menschen für das Ausharren neben der Windkraftanlage etwas als Ausgleich zurückzugeben.

„Land bis Stadt“ hat mit einigen Ortsbürgermeistern sowie Flächeneigentümern und sonstigen Involvierten gesprochen. Der Vorschlag: Ein Teil der Windeinnahmen kommt per Verpflichtungserklärung als zweckgebundene Spende der jeweiligen Ortschaft zugute. Also ausschließlich privates Geld, die Stadt soll finanziell nicht belastet werden. Der jeweilige Ortschaftsrat entscheidet dann, was mit den neuen Mitteln gemacht wird.

Noch steckt die Idee in den Kinderschuhen. Die Fraktion „Land bis Stadt“ hofft jedoch darauf, die anderen Stadträte, die Verwaltung und zuletzt auch die betroffenen Menschen auf dem Land mit ins Boot zu holen.

Wie aktuell die Sache ist, zeigte jüngst die Ratssitzung in Liesten. Ortsbürgermeister Ulrich Keitel erklärte, er sehe es nicht mehr ein, dass die Ortschaft keinen Euro aus dem Windpark sieht. „Er kann bleiben, wenn wir etwas davon haben – oder er kann weg“, so Keitel. In dieser Sache wolle er hartnäckig bleiben. Und: „Egal ob das Waldbad aufmacht oder zubleibt, dann nehmen wir das Geld eben für die Senioren.“ In die Sache ist also Wind gekommen. Wie viel, das wird sich noch zeigen.

VON JENS HEYMANN

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