VKWA-Chef Jens Schütte ist sehr besorgt über derzeitige Wettersituation

Die Not im Wasserrohr

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Jens Schütte, Geschäftsführer des VKWA rät, den Rasen nicht mit Trinkwasser zu sprengen. Dadurch steige der Verbrauch aus dem Netz sehr stark an. 

Salzwedel. Jens Schütte, Geschäftsführer des Verbandes Kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung (VKWA) in Salzwedel, schlägt Alarm. Die derzeitige Situation des Trinkwassernetzes treibt ihm mehr als Sorgenfalten auf die Stirn.

Der Hochbehälter auf dem Dolchauer Berg ist aufgrund des hohen Wasserverbauchs so ausgelastet, dass der Druck in den Leitungen sinkt. Ein Havarie-Fall kann das Netz somit nicht überstehen.

Seit Tagen pumpen die Wasserwerke bei Siedenlangenbeck, Diesdorf und Nipkendey rund 6.500 Kubikmeter Wasser pro Tag in das Trinkwassernetz. Das sind umgerechnet 81.250 Badewannen, wenn jede mit 80 Liter befüllt wird. „Im Normalbetrieb sind es 4.200 Kubikmeter pro Tag“, sagte Jens Schütte. „Doch derzeit bin ich besorgt, besonders wenn ich lesen muss, dass es im Landkreis Stade bereits zu Trinkwasserengpässen gekommen war.“

Der Grund für die Sorgen: Es gibt Hobbygärtner, die ihren Rasen mit Trinkwasser sprengen. Um so mehr es sind, desto geringer wird der Druck in den Leitungen und es könnte zu Ausfällen kommen. Ein kompletter Kollaps des Netzes würde dann eintreten, wenn die Feuerwehren bei einem Großbrand an die Hydranten müssen und zudem noch ein Wasserrohrbruch passiert. „Das wäre das Aus“, ist sich Jens Schütte sicher.

Schon seit Tagen muss Ephraim Böhlert im heimischen Garten die Pflanzen wässern und greift dafür auf das VKWA-Netz zu.

Weiter ist der VKWA gezwungen, sich an die Verordnungen des hydrogeologischen Gutachtens und der wasserrechtlichen Genehmigung halten. „Derzeit haben wir zwar die maximale Auslastung des Systems schon erreicht – hoffen aber diese, nicht überschreiten zu müssen. Sollte es dennoch passieren, müssten wir eine Strafe von 90.000 Euro bezahlen“, erklärte der VKWA-Chef. Anders könnte jedoch die Wasserversorgung der Bevölkerung nicht gewährleistet werden.

Das Gegenteil der Dürre – ein extremer Starkregen – wäre ebenfalls eine Belastung für das VKWA-Netz. Zwar sinkt dann der Verbrauch des Trinkwassers, jedoch steigt die Menge von Abwasser durch die Regenkanäle gewaltig an und müssen bewältigt werden.

Von Paul W. Hirsche

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