Kita-Eigenbetrieb setzt auf Ganztagsbetreuung: Zwei Projekte im Visier

Warten auf Fördermittelbescheid

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Auf dem ehemaligen Lessing-Schulgarten-Areal will Eigenbetriebsleiterin Doris Gensch Ganztagsbetreuung der Kita „Max und Moritz“ etablieren.
  • Holger Benecke
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Kita-Eigenbetriebsleiterin Doris Gensch will die Ganztagsbetreuung weiter ausbauen. Dazu hat sie die beiden Einrichtungen „Max und Moritz“) neben der Lessing-Grundschule) und „Pedro und Janina“ (neben der Perver-Grundschule) ins Auge gefasst.

Salzwedel - „Wir sind in Sachsen-Anhalt in einer privilegierten Situation“, schätzt die Leiterin des städtischen Kita-Eigenbetriebs ein. Wofür im Bund noch in vielen Ländern gekämpft werde, das sei in Sachsen-Anhalt schon lange Gesetz. Und seitdem gibt es auch die Ganztagsbetreuung im Eigenbetrieb. Diese stößt nun langsam an ihre Grenzen. „Der Bedarf ist höher und mehr geworden. Und wir wollen als Träger für die Zukunft bessere Bedingungen schaffen“, weiß sie. Gensch plant deshalb voraus.

Eigenbetriebsleiterin Doris Gensch.

Und lässt sich dabei nach dem Motto „Kleine Beine – kurze Wege“ leiten. Die Tagesstätte „Max und Moritz“ liegt unmittelbar neben der Lessing-Grundschule. Im ehemaligen Schulgartenbereich, der direkt an die Kita grenzt, hat Gensch das ideale Objekt entdeckt.

Projektbetrieb im alten Schulgarten

Das gehört der Stadt, doch Gensch will es tauschen und bietet dazu die Kita „Propstei“ an. Deren Vollsanierung, die nicht mehr weiter hinauszuschieben geht, würde 1,5 Millionen Euro kosten. Das kann der Eigenbetrieb für nur 40 Kinder nicht leisten (wir berichteten).

Das ehemalige Lessing-Schulgartenobjekt ist seit Jahren ungenutzt, steht leer. Dort sieht Doris Gensch schnellstmöglichen Handlungsbedarf. Denn im vergangenen Jahr wurden die Schuleinzugsbereiche verändert. Für die Lessing-Grundschule und damit die Tagesstätte „Max und Moritz“ bedeutete das Zulauf.

„Wir würden das gerne über das Schulgartengebäude regeln“, hat die Eigenbetriebschefin ganz konkrete Pläne. Dort könnten 20 Kinder betreut werden und es böten sich auch aufgrund des dazugehörigen grünen Areals Möglichkeiten der verschiedensten Projekte und Angebote für die Kinder. Dem müsste aber eine Kernsanierung vorangehen, schätzt Gensch ein. Kosten: rund 250 000 Euro. Dafür hat Gensch bereits im Oktober Fördermittel (175 000 Euro) beantragt und der Eigenbetriebsausschuss hat den 75 000 Euro Eigenmitteln auch schon zugestimmt.

„Pedro und Janina“: Dort soll für die Ganztagsbetreuung angebaut werden.

Gleiches gilt für „Pedro und Janina“: Dort wird jedoch mehr Geld benötigt, da eine Erweiterung nur durch einen Anbau auf der grünen Wiese möglich ist. Dieser soll in Massivbauweise erfolgen und mit dem bestehenden Container verbunden werden.

Gensch denkt dabei an Platz für etwa 20 Kinder und hat auch die integrative Betreuung – Stichwort Inklusion – im Auge. Kosten dafür: 652 000 Euro – 456 400 Euro Fördermittel und 195 600 Euro Eigenanteil.

Priorität: Auf der Liste ganz weit oben

Die Fördermittelanträge für beide Projekte sind gestellt, der Jugendhilfeausschuss des Altmarkkreises hat beide auf Platz 2 und 3 seiner Prioritätenliste gesetzt. Doris Gensch wartet auf die Fördermittelbescheide. Eigentlich sollen die Maßnahmen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. „Ich habe das hehre Ziel, im nächsten Jahr zu eröffnen. Ich bin Zweckoptimist, aber die Luft ist sehr eng“, schätzt Doris Gensch aber aus Erfahrung ein.

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