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Waldbad Liesten: Unterstützer legen eigene Zahlen vor

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Von: Lydia Zahn

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Waldbad
Das Liestener Waldbad ist seit 2017 geschlossen, aber der Förderverein hört nicht auf, darum zu kämpfen. © Benecke, Holger

Nachdem der Versuch der Freien Fraktion, Bündnis 90 / Die Grünen und der Linken, das Liestener Waldbad in den Haushaltsplan der Stadt zu bekommen, vorerst gescheitert war, meldeten sich gestern Thomas Seifert aus Klein Gartz – der den Waldbadverein und dessen Anliegen seit rund einem halben Jahr unterstützt – und Vorsitzender Andreas Weigelt zu Wort. „Ich finde, das wäre ein wichtiges Zeichen der Stadt, wenn sie diesen Punkt in den Haushalt aufnehmen“, sagte Seifert.

Liesten – Er machte noch einmal auf seinen Vorschlag aufmerksam, den er bereits im November 2021 Salzwedeler Stadträten, die vorwiegend dem Bauausschuss angehören, bei einem Vor-Ort-Termin präsentiert hatte (wir berichteten). Laut Seifert wäre durch Repowering das Bad über Einnahmen aus den Windrädern, die in der Liestener Gemarkung stehen, finanzierbar.

Zur Erinnerung: Als Liesten noch eine eigenständige Gemeinde war (bis zur Gemeindegebietsreform 2010), wurde das Waldbad aus Einnahmen der Windräder getragen. Derzeit sind es neun Anlagen, und die Stadt – seit 2010 nicht mehr Liesten – bekommt dafür 32 000 Euro.

Der Windparkbetreiber plane ein Repowering. Dabei würden die neun Anlagen durch vier höhere ersetzt werden. Dafür könne die Stadt eine Einmalzahlung von 250 000 Euro und jährlich 80 000 Euro für die Windkrafträder bekommen. Davon lasse sich leicht der laufende Betrieb, mit Kosten von knapp 30 000 Euro nach Abzug der Einnahmen, finanzieren. Ebenso könnten davon Kredite für die Sanierung bezahlt werden, verdeutlichte der Klein Gartzer.

1,2 statt 1,8 Millionen Euro Sanierungskosten

Außerdem stellte Seifert gestern eine Kostenrechnung vor, die weit entfernt von den von der Stadt geschätzten 1,8 Millionen Euro liegt. In der Rechnung stützte er sich auf Zahlen, die eine Studie des Planungsrings Altmark 2014 im Auftrag der Stadt ergeben hatte. Demnach würde das Bauvorhaben – konkret die Sanierung der Beckenanlage und Wassertechnik sowie die Teilsanierung der Hochbauten inklusive Planungs- und Genehmigungskosten – 1,03 Millionen Euro kosten.

Zusätzlich schlug der Klein Gartzer 20 Prozent obendrauf, „weil alles teurer geworden ist“. Somit kam er zu einer Sanierungskostensumme von rund 1,2 Millionen Euro. „Das ist der Stand jetzt“, erklärte Seifert. Und Weigelt ergänzte: „Das ist eine realistische Zahl. Wie die Stadtverwaltung auf 1,8 Millionen kommt, weiß ich nicht. Das weiß keiner.“

„Es gibt im östlichen Teil von Salzwedel, bis auf den Areendsee, kein solches Badeangebot“, unterstrich Seifert. Das Waldbad dürfe den Liestenern nicht vorenthalten werden, sagte er. Und lenkte das Thema darauf, warum die Stadt Eigentümer bleiben sollte und nicht der Verein: „Die Stadt kann viel einfacher Förderungen akquirieren als Vereine.“ Denn bei den Vereinen würde die Deckelung früher einsetzten als bei der Kommune.

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