Stadtrat Marco Heide (Linke): Anlage darf nicht davon abhängig sein, wer gerade Bürgermeister ist

„Waldbad in Liesten soll wieder öffnen“

Waldbad Liesten
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Immer wieder machen sich die Menschen der Region für den Erhalt des Liestener Waldbades stark. Nun haben sich neue Möglichkeiten eröffnet und Salzwedeler Stadträte sich erneut der Sache angenommen. Sie wollen eine möglichst baldige Sanierung und Wiedereröffnung der idyllischen Anlage im Grünen.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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In Sachen Wiedereröffnung Liestener Waldbad kommt frischer Wind. Am vergangenen Donnerstag, 4. November, trafen sich Salzwedeler Stadträte, die vorwiegend dem Bauausschuss angehören, mit lokalen Akteuren. „Es war äußerst erhellend“, sagte Stadtrat Marco Heide (Linke) und bezieht sich damit auf ein Konzept, das an jenem Abend vorgestellt wurde. Demnach werde mit Kosten von rund 1,2 Millionen Euro gerechnet, berichtete Karl-Heinz Schliekau (CDU).

Liesten. Finanzierbar wäre das Bad – wie auch schon zuvor, als Liesten noch eigenständige Gemeinde war (bis zur Gemeindegebietsreform 2010) – über Einnahmen aus den Windrädern, die in der Liestener Gemarkung stehen. Derzeit sind es neun Anlagen und die Stadt – seit 2010 nicht mehr Liesten – bekommt dafür 32.000 Euro. Die damalige Gemeinde Liesten habe es vorgemacht, wie das Waldbad mit 30.000 Euro erhalten werden kann, erinnert Schliekau. Nun sei in Aussicht gestellt worden, dass die Stadt eine Einmalzahlung von 250.000 Euro und jährlich 80.000 Euro für die Windkrafträder bekommen könne. Voraussetzung wäre ein sogenanntes Repowering. Auf gut Deutsch: Aus den neun würden nur noch vier Anlagen, die aber höher seien als die bisherigen, fasste Schliekau zusammen.

Dann blieben neben den 30.000 Euro Unterhaltungskosten noch 50.000 Euro übrig, um Kredite zu bedienen, mit denen die Waldbadsanierung finanziert werden könnte, rechnete der CDU-Mann zusammen. Allerdings schränkte er ein, dass nicht die gesamte Summe dafür verwendet werden solle, sondern ein Teil bei der Stadt bleiben solle. Drei Viertel für das Bad, will Schliekau. In einer Sache ist er sich sicher: „Je länger nichts gemacht wird, desto teurer wird es“, will Schliekau, dass das Liestener Waldbad als solches erhalten bleibt bzw. wieder öffnet.

In die gleiche Kerbe haut auch Marco Heide. Auch er sieht die Chance, Geld für das Bad einzuspielen über das Repowering der Windkraftanlagen, „das zum Großteil ins Bad fließen sollte“. Weiter führte er Sponsoren ins Feld, die für die Anlage gewonnen werden könnten. Heide hat dabei ein ganz klares Ziel vor Augen: „Das Liestener Waldbad sollte nach zehn Jahren unabhängig von der Stadt sein und nicht davon abhängig sei, wer gerade Bürgermeister ist.“

Eine Gefahr für den Fortbestand eines Bades liegt nicht immer an der Kommune, machte er deutlich: „Die Stadt ist ja nicht fahrlässig klamm.“ Es komme zu wenig Geld „unten an“, richtet der Stadtrat seinen Blick in Richtung Magdeburg. „Das Ding muss einmal fertiggemacht werden“, sieht Heide dann eine große Chance für Liesten. Nebenan der Sportplatz und in Steinwurfweite zwei Schießanlagen, sieht der Linke ein sportlich-touristisches Zentrum. „Wenn die Vereine es wollen und mitziehen, könnte man beispielsweise Trainingslager anbieten – Fußball, Schießen, Schwimmen, mit dem Fahrrad durch den Wald – viele Sportmöglichkeiten auf engstem Raum.“

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