US-Amerikanerin Kelly Moran stellt in der Mönchskirche in Salzwedel aus

Wahre Märchen und kleine Teufel

In jeder Frau steckt ein kleiner Teufel. Und dieser Teufel, so Kelly Moran, weiß ganz genau, wie die Männerwelt zu bezirzen ist. Fotos (2): Lüdemann
+
In jeder Frau steckt ein kleiner Teufel. Und dieser Teufel, so Kelly Moran, weiß ganz genau, wie die Männerwelt zu bezirzen ist.
  • VonKatja Lüdemann
    schließen

klü Salzwedel. Jeder Künstler möchte mit seinen Werken Geschichten erzählen. So auch Kelly Moran. Die US-Amerikanerin aber erzählt nicht nur Geschichten, sondern Märchen.

Und in vielen ihrer Märchen schimmert nicht nur ein Körnchen Wahrheit durch – nein, es trifft den Betrachter mit voller Breitseite.

Die „Jungen Feministinnen“ stehen nicht am Herd. Sie erkunden die Welt und erleben Abenteuer. Ein wahrgewordenes Märchen.

Denn es sind nicht nur die Märchen, die ein jedes Kind kennt. Es sind die Botschaften, die in ihnen enthalten sind. Und die Möglichkeit, dass aus einem Märchen eine wahre Geschichte werden kann. In ihrem Werk „Junge Feministinnen“ verbindet sie so zwei kleine Mädchen in Kleidung der 50er-Jahre mit Büchern. „Aber es sind keine Kochbücher oder Bücher darüber, wie man strickt. Es sind Abenteuergeschichten, Werke über Biologie und Wissenschaft“, erklärt Kelly Moran. In den 50er-Jahren wäre es größtenteils undenkbar gewesen, dass Frauen vom Herd und der Kindererziehung wegkommen. Ihr Werk spiegelt die märchenhafte Geschichte wieder.

In „Little Devil“ zeigt sie, dass in Frauen ein kleiner Teufel steckt, der weiß, wie die Männerwelt zu bezirzen ist. Dass der kleine Teufel dabei an Rotkäppchen in einem grünen Umhang erinnert, ist kein Zufall. „Rotkäppchen ist eines meiner Lieblingsmärchen. Sie ist mutig und stellt sich ihren Ängsten“, so Moran.

Kelly Moran stammt aus New York, lebt in Houston / Texas. Dort trifft sie auf Hans Molzberger, der sie mit in die Altmark nimmt. Mit ihren Druckgrafiken, die Bezüge zu Andy Warhol aufweisen, kombiniert sie Fotografie, Zeichnungen, Stoffe und ausgeschnittene Zeitungsartikel auf groß angelegten Unterlagen, die in der Mönchskirche an Wandteppiche erinnern.

Zur heutigen Vernissage können sich Besucher ab 19 Uhr von der Farbkraft der „Fairy-Tales“ überzeugen. Die Werke der US-Amerikanerin werden anschließend noch bis zum 30. Juli in der Mönchskirche zu sehen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare