Was bei der Behörde landet, sind meist Luftgewehre und Schreckschusspistolen

Verschrottet und versteigert

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Pistolen und Gewehre, die bei der Behörde im Altmarkkreis landen, werden verschrottet oder Waffenhändlern angeboten.

Salzwedel. Beim Hausumbau wird unter den Dachsparren ein alter Karabiner gefunden. Oma entdeckt eine Pistole in einer alten Truhe. Ein Jäger ist verstorben, die Kinder erben die Gewehre. Bei Bauarbeiten werden vergrabene Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

Bei einer Pfändung muss ein Sportschütze auch seine Utensilien abgeben. Wohin mit dem Schießzeug? In der Regel landen alle diese Gegenstände bei der Waffenbehörde des Kreises. Im Nachbarkreis Gifhorn hat sich einiges angesammelt, sodass dort heute die Waffen versteigert werden.

Beim Altmarkkreis läuft das ein wenig anders. Kriegsschrott und nicht mehr funktionsfähige Waffen übernimmt das Technische Polizeiamt in Magdeburg zur Verschrottung, weiß Kreis-Sprecherin Birgit Eurich. Und gepfändete Waffen würden in der Regel wieder ausgelöst.

Was dann noch übrig bleibt, wird den im Altmarkkreis ansässigen Waffenhändlern angeboten. Sozusagen in einer internen Versteigerung. Wer das höchste Gebot abgibt, bekommt die Waffen – muss dann aber alle nehmen. Für jene, die der Waffenhändler nicht verkauft, muss er der kreislichen Waffenbehörde einen Verschrottungsnachweis vorlegen.

Im Altmarkkreis hält sich das Aufkommen an abgegebenen bzw. eingezogenen Waffen in Grenzen. Um die 15 Stück sind es pro Jahr, darunter etwa ein Dutzend Luftgewehre und Schreckschusspistolen. Zum Vergleich: Nach dem Amoklauf von Winnenden am 11. März 2009, bei dem ein 17-Jähriger in einer Schule nahe Stuttgart 15 Menschen erschoss, trennten sich rund 5000 Münchener von ihren Waffen und gaben bei der Behörde etwa 10 000 Pistolen und Gewehre ab.

Dagegen sind die Salzwedeler Bestände verschwindend gering. Und auch im Nachbarkreis werden morgen ab 8 Uhr während der Auktion im Rittersaal des Gifhorner Schlosses neben anderen Fundsachen lediglich vier Jagdgewehre und eine Pistole aufgerufen.

Von Holger Benecke

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