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Stadtrat Marco Heide will dem Liestener Verein kein unsaniertes Bad übergeben

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Von: Holger Benecke

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Waldbad
Das Liestener Waldbad wird auch in dieser Saison nicht öffnen. Seit 2017 ist die Anlage dicht. © Benecke, Holger

Auch in dieser Saison wird – wie schon seit fünf Jahren – kein Kinderlachen aus dem Waldbad Liesten ertönen. „Der Sachstand in Sachen Waldbad Liesten ist unverändert“, teilte Stadtsprecher Andreas Köhler auf AZ-Nachfrage mit.

Liesten - Auch das Angebot der Stadt an den Waldbadverein Liesten aus dem Jahr 2018 stehe noch, führte Köhler weiter aus. Darin wurde dem Verein angeboten, das gesamte Areal inklusive Dorfgemeinschaftshaus für einen Euro zu erwerben. Das hatte schon der damalige Innenminister Holger Stahlknecht bei einem Vor-Ort-Besuch Anfang August 2017 Ortsbürgermeister Ulrich Keitel und Vereinsvertretern vorgeschlagen.

„Dies erfolgte unter anderem auch deshalb, da der Verein dann die Möglichkeit hätte, Fördermittel für eine Sanierung zu beantragen“, schilderte der Stadtsprecher die Hintergründe. Denn auch die Stadt habe nach Fördermitteln gesucht, jedoch bis heute keine gefunden, die Kommunen dafür in Anspruch nehmen könnten. „Der Versuch, Mittel aus dem Bundesprogramm ,Sanierung Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen‘ zu bekommen, ist beim Start des Programms 2018 und bei der Neuauflage 2020 leider abschlägig beschieden worden“, räumte Köhler ein.

Im Dezember hatten sich einige Stadträte mit dem Waldbadverein getroffen (wir berichteten). Schon da war klar, und das wiederholt Stadtrat Marco Heide (Linke), der damals dabei war, auch heute noch: Man könne dem Verein kein unsaniertes Bad übergeben, wie es vonseiten der Verwaltung favorisiert wird.

Für Heide ist klar, die Badsanierung muss in den Haushalt 2022 aufgenommen werden – mit Sperrvermerk. Heißt: Das Vorhaben kann nur umgesetzt werden, wenn doch noch ein Förderprogramm auftaucht. Um dieses zu ergattern, muss das Vorhaben aber durch den Haushalt manifestiert sein, erläuterte Heide. „Alleine kann die Stadt das aus ihrer Kasse nicht stemmen“, machte er deutlich.

Aber: Es stünden auch noch Eigenmittel des Waldbadvereins zur Verfügung. Mit der Zusage des Windparkbetreibers von Liesten über 250 000 Euro und Vereinsgeldern kämen rund 300 000 Euro zusammen, schätzte Stadtrat Marco Heide ein.

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