1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Salzwedel

Von der Rente bis zu Nacktgrillern

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Arno Zähringer

Kommentare

Mann
Endlich wieder Liveauftritte: So wie Ingmar Stadelmann freute sich auch das Publikum über die Rückkehr zur Normalität. © Freier Mitarbeiter

Der Stand-up-Comedian Ingmar Stadelmann präsentierte 2012 mit „Was ist denn los mit den Menschen?“ sein erstes Soloprogramm. Seitdem sind zehn Jahre vergangen.

Salzwedel – Und das ist für ihn ein Grund, auf Jubiläumstour zu gehen. Den Auftakt zu dieser Jubiläumstour bilden zwei Städte. Orte, die dem Comedian am Herzen liegen. Zum einen die Hauptstadt Berlin, der Mittelpunkt seines aktuellen Lebens, und dann die Stadt, in der er vor fast 42 Jahren das Licht der Welt oder besser das von Salzwedel erblickte. Und dieser Stadt gab er auf seiner Jubiläumstour den Vortritt. Am Donnerstag nun inszenierte er im Kulturhaus die stürmische Begrüßung seitens seiner Fans zu seiner Show „Außer mir macht´s ja keiner.“

Freude auf beiden Seiten der Bühne nach der jahrelangen Abstinenz von Kultur, Spaß und Freude. Für den Berliner Comedian war die Pandemie wie eine Frühverrentung, gestand er seinem Publikum. Und das besonders auch finanziell. „Aber man kann es auch positiv sehen, denn ich war nun zwei Jahre beim Flaschensammeln der Jüngste.“

Die Pandemie hatte die Menschen verändert, wie es überall auf der Welt zu verfolgen war. Als es losging mit der Pandemie, hatte der Ami sich zuerst mit Waffen eingedeckt, offenbar um sich zu verteidigen. Der Franzose kaufte sich Rotwein, um sich zu betrinken. Und der Deutsche? Der hamsterte Klopapier. Wahrscheinlich, um sich den eigenen A…. zu retten, lautete die Schlussfolgerung des Wahlberliners im Kulturhaus Salzwedel.

Auch er war während der Pandemie so richtig auf Entzug. Morgens der Weg zum Kühlschrank. Er macht die Kühlschranktür auf, das Licht geht an und von ihm ein spontanes: „Guten Abend meine Damen und Herren.“ Es war ein Leben am Limit, das Tag für Tag mit zusätzlichen Herausforderungen belastet wurde.

So beim Frühstück, als die Beträufelung seines Butterbrotes mit Honig fehlschlug. Aggression baute sich bei ihm auf, als es ihm nicht gelang, den Honig der Flotten Biene aus der kleinen Öffnung der Kunststoffflasche, die den süßen Aufstrich beinhaltet, zu drücken. „Wer hat sich bloß so etwas einfallen lassen? Einfacher wäre es, den Himalaya durch einen Gartenschlauch zu drücken. Sicher eine Erfindung des Merkelregimes. Denn wir leben noch das Merkelregime. Wer sonst kleidet denn den Scholz ein, wenn nicht sie. Wer schreibt Baerbocks Reden? Ist doch klar.“

Sich selbst hat er gegen jegliche Kritik gefeit, denn er sei jetzt ein Transmann, offenbarte er seinen Gästen. Das hielte ihm den Rücken für Pointen beiderlei Geschlechts frei.

Und die Pointen der etwas deftigeren Art ließen auch nicht lange auf sich warten. Doch das Publikum fühlte sich, als er von seinen Saunaerlebnissen oder von Nacktgrillern berichtete, köstlich unterhalten. Es war eine kurzweilige Plauderstunde, durch die Stadelmann wie gewohnt in seinem Redefluss ohne Punkt und Komma führte.

Auch interessant

Kommentare