Handballer, Bundeskanzlerin und japanische Zeichen finden sich im Goldenen Buch

Die Visitenkarte der Stadt

Salzwedel. Als Schatztruhe bezeichnet Oberbürgermeisterin Sabine Danicke gern das Goldene Buch der Stadt Salzwedel. Im diesem Fall handelt es sich um eine noch sehr junge Schatztruhe. Am 25. Februar 1990 trug sich die erste Person in das Goldene Buch ein.

Zu der Zeit war Siegfried Schneider Stadtdirektor. Der Altbürgermeister durfte sich nach seiner Verabschiedung 2008 selbst eintragen. Die erste Eintragung, nur wenige Monate nach dem Mauerfall, stammt von der Bundestagspräsidentin a. D. , Rita Süßmuth. Zu ihrer Unterschrift hat sich in den letzten 14 Jahren eine ganze Reihe weiterer Politiker gesellt, darunter der ehemalige Ministerpräsident Dr. Werner Münch und der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler, der sich im Rahmen des internationalen Hansefestes im Jahr 2008 eintrug.

Auf zwei Eintragungen ist Oberbürgermeisterin Sabine Danicke besonders stolz. Denn die letzten beiden Unterschriften stammen von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Ihr Besuch im April 2013 war ja nur so kurz, da haben wir ihn Arbeitsbesuch genannt. Da sagte sie zu mir, sie habe das schon verstanden“, erinnert sich Sabine Danicke gern zurück.

Neben den beiden Schauspielern Johannes Heesters und Ilse Werner sind auch die Unterschriften von vielen Sportlern zu finden. So trug sich 2002 eine Handballmannschaft aus Schweden nach einem Freundschaftsspiel in Salzwedel ein. Auch die aus Salzwedel stammenden olympischen Medaillengewinner Doris Maletzki, erfolgreich mit der 4x400 Meter Staffel, und der paralympische Fünfkämpfer Thomas Ulbricht finden sich im Buch wieder.

Mit Helga Weihe und Heinz Billing haben zwei Ehrenbürger der Hansestadt das Buch signiert. Deutschlands älteste aktive Buchhändlerin trug sich an ihrem 90. Geburtstag im Dezember 2012 ein. „Da hat man sogar eine Träne in ihrem Auge gesehen“, berichtet Sabine Danicke. Auch der aus Salzwedel stammende Computerpionier Heinz Billing sei sehr gerührt gewesen.

Auf über fünf Seiten haben Überlebende des KZ Salzwedel beschrieben, was sie bei einem Wiedersehen im Juni 1996 empfunden haben. Auch die Überlebende des KZ Neuengamme, Zipora Feiblowitsch, die am Jahn-Gymnasium im Geschichtsunterricht über die Nazi-Verbrechen aufklärte, trug sich in das Buch ein. „Deswegen ist so ein Goldenes Buch auch immer ein Stück Geschichte“, erzählte Sabine Danicke. Ergreifend empfand die Oberbürgermeisterin auch die Eintragung der ehemaligen Stadtdirektorin von Salzwedels Partnerstadt Felixstowe, Susan Robinson. Sie wurde mit ihrer Eintragung nach 15 Jahren Zusammenarbeit verabschiedet.

Wenn das Buch nicht gerade für besondere Besuche ausliegt, wird es, wie es für eine Schatztruhe üblich ist, im Rathaus gut bewahrt.

Von Birte Grote

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