Mädchen kommt eigentlich aus Frankfurt am Main

Vierjährige erlebte einen Schreckmoment in Salzwedel: „Dann biss die Ratte zu ...“

Der linke Fuß des Mädchens, das von einer Ratte gebissen wurde.
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Der linke Fuß des Mädchens, das von einer Ratte gebissen wurde.

Genzien / Salzwedel – Es sollte ein schöner Urlaub werden, den die Familie Weidemann aus Frankfurt am Main in der Altmark erleben wollte. Die kleine Vierjährige war mit Mutter und Großmutter sowie einer zwölfjährigen Freundin der Familie in Genzien angereist.

„Am Sonnabend waren wir hier, machten uns schöne Tage, am Montag waren wir im Märchenpark Salzwedel, und am Dienstag wollten wir in der Hansestadt shoppen“, erzählt die Großmutter.

Doch daraus sollte nichts werden. Sie waren gerade angereist, hatten ihr Auto in der Neuperverstraße geparkt, ein Parkticket gezogen und marschierten die Burgstraße entlang. „Wir waren auf dem Gehweg auf Höhe der Apotheke unterwegs, da passierte es“, erzählt die Familie, während die Vierjährige immer noch unter dem Eindruck des Geschehens steht. „Plötzlich trat die Kleine auf etwas Weiches und nur einen Augenblick später schrie sie auf“, erinnert sich die Mutter. Sie sah noch „eine verdammt dicke Ratte“ weglaufen und bemerkte dann, weil sich ihre Tochter nicht beruhigen wollte, den blutenden, kleinen Zeh an dem Mädchen.

Der Schreck war groß. Gestern konnte die Mutter erzählen, wie es sich zugetragen hatte. „Meine Tochter muss auf die Ratte getreten sein, die vermutlich aus einer Dachentwässerung gekommen war“, erfuhr die AZ. Daraufhin hatte sich das Tier vermutlich gewehrt und das kleine Kind gebissen.

Hilfe holte sich die Familie in der nahen Apotheke. „Die Angestellten waren nett, haben uns Desinfektionsspray gegeben, aber das allein konnte es nicht gewesen sein, schätzte die Mutter ein, die selbst im Gesundheitswesen arbeitet. Und so war die Notaufnahme des Salzwedeler Krankenhauses die nächste Station. „Auch dort wurden wir sehr nett empfangen, das Kind wurde gut versorgt und teilweise genäht“, so die Mutter zur AZ.

Dann ging es wieder in die Ferienanlage Schürmann nach Genzien. Das Kind ruhte sich aus, aber mit den beliebten Ferientätigkeiten wie Baden und im Freien toben war es vorbei. Am Mittwoch und Donnerstag standen dann wieder Arztbesuche im Salzwedeler Krankenhaus an. Heute wollen die Hessen wieder in ihre Heimat fahren.

Der Fuß der Kleinen bleibt verbunden. Man werde sich zuhause auch noch einmal an einen Arzt wenden. „Gut war, dass meine Tochter durchgeimpft ist. Darauf legen wir Wert“, sagte die Mutter. Denn bekanntlich seien Ratten die möglichen Überträger zahlreicher Krankheiten, und da sei man ohne Impfschutz schon einmal gefährdet.

Nun sind derartige Vorfälle sicherlich in den mitteleuropäischen Gefilden die Ausnahme. Aber das Mädchen war in diesem Moment am falschen Ort. Erzählen wollten sie gestern nicht, sagte nur, dass es „ein böses Viech“ gewesen sei. Vielleicht gut, dass das Tier schnell aus dem Blickwinkel des Kindes verschwunden war.

Zu allem Stress, den die Familie erlebte, kam noch eine Sache hinzu: Die Parkzeit war durch den Vorfall überzogen. Und deshalb gab es ein Knöllchen über 20 Euro. Das funktioniert in Salzwedel gut. Nun, die fleißige Politesse wusste ja sicher nichts von dem Leiden des Kindes.

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