Austritte aus Festkomitee „Jenny 200“ / Aktive machen weiter / Geld beantragt

Vielleicht ohne Chinesen

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Der Antrag für das benötigte Geld – das Komitee rechnet mit 8.000 bis 10.000 Euro – sei bereits gestellt und solle in den städtischen Haushalt mit eingearbeitet werden.

Salzwedel. Das Festkomitee „Jenny 200“, das die Feiern zum 200. Geburtstag der Stadttochter Jenny Marx am 14. Februar 2014 vorbereiten soll, löst sich langsam auf. Nach einem Leserbrief von Karl-Heinz Reck verließ Marketing-Amtsleiter Olaf Meining seinen Posten im Komitee.

Reck nimmt seinerseits sein Mandat vom Freundeskreis „Jenny Marx“ im Komitee nicht mehr wahr. Ein weiteres Freundeskreismitglied, Klaus Adam, zog sich zurück. Auch Susann Meinecke (Freie Liste) kehrte „Jenny 200“ den Rücken.

Gabriele Gruner (Linke), Arne Beckmann (Salzwedel-Land) und Norbert Block (SPD) halten als Stadtratsmitglieder die Jenny-Fahne noch hoch. Für Olaf Meining arbeitet Marita Taubhorn vom Marketingamt im Komitee mit. Der Altmarkkreis hat Annemarie Schwerin und Ulrich Kalmbach delegiert.

„Jenny 200“ soll Werbung für die Hanse- und Baumkuchenstadt Salzwedel machen. Karl-Heinz Reck ließ die Freundeskreis-Homepage sogar auf Chinesisch übersetzen, weil er sich von dort einen Touristenstrom in die Geburtsstadt von Jenny Marx erhofft. Zahlreiche Veranstaltungen sind zudem bis zum 200. Geburtstag der Landratstochter und späteren Philosophen-Ehefrau geplant. Und eine Sonderbriefmarke. Dafür haben bereits Gregor Gysi und die Bundestagsfraktion „Die Linke“ ihre Unterstützung zugesagt.

Die Aktion „Jenny 200“ ist also auf erfolgreichem Kurs und hat bereits Achtungserfolge erzielt. Da sind die Auflösungserscheinungen des Festkomitees ein Tritt gegen das Schienenbein für die angestrebte internationale Salzwedel-Vermarktung. Arne Beckmann hatte versucht, den Streit Reck / Meining zu schlichten, biss aber letztendlich auf Granit. Nichtsdestotrotz geht es in Sachen „Jenny 200“ weiter. Beckmann, der über ausgezeichnete Kontakte zum Trierer Stadtrat – der Geburtsstadt von Karl Marx – verfügt, will diese aktivieren. Zudem plant der Lokalpolitiker, die Fachhochschule Magdeburg-Stendal mit ins Boot für „Jenny 200“ zu holen. Auch dorthin hat Beckmann gute Verbindungen, da er dort schon unterrichtet hat.

Auch Gabriele Gruner ist guter Dinge. Der Freundeskreis „Jenny Marx“ stehe nach wie vor zur Sache. Außerdem arbeite die Verwaltung „sehr rührig“, strich Gruner das Engagement von Marita Taubhorn vom Marketingamt heraus.

Schlussendlich hat Oberbürgermeisterin Sabine Danicke als Stadtoberhaupt und Schirmherrin von „Jenny 200“ das letzte Wort: „Die vielen Chinesen werden wahrscheinlich nicht kommen – aber es wird eine würdige Festwoche zum 200. Geburtstag von Jenny Marx geben.“ Der Antrag für das benötigte Geld – das Komitee rechnet mit 8 000 bis 10 000 Euro – sei bereits gestellt und solle in den städtischen Haushalt mit eingearbeitet werden, sagte Danicke. Und mit Blick auf die Reibereien im Komitee: „Es ist wichtig, Themen nicht nur in die Welt zu setzen, sondern diese auch zu realisieren.“

Von Holger Benecke

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