Landwirte in der Altmark können trotz Frost Gülle nicht ausbringen

Viele Äcker sind geflutet

+
Auf zahlreichen Äckern im Altmarkkreis steht derzeit das Wasser, das sich in diesen frostigen Tagen in Eis verwandelt hat. Nicht wenige Landwirte sitzen mittlerweile auf vollen Güllelagern. Foto: Schopp

Altmarkkreis. Eigentlich dürfen die Landwirte bereits seit Anfang Februar wieder auf ihre Äcker und Gülle ausbringen. Nur: Auf vielen Schlägen ist es schlechterdings unmöglich. Das Wasser staut sich auf dem Land.

Annegret Jacobs

Der Regen der vergangenen Wochen und Monate hat viele Äcker in der Altmark geradezu geflutet. „Es ist schwierig für die Landwirte, trockene Stellen zu finden, um die Gülle auszubringen“, weiß Annegret Jacobs, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Altmarkkreis Salzwedel. Zwar liefen die Güllebehälter noch nicht über, aber der ein oder andere Landwirt schaue schon mit Sorge auf die Pegelstände seiner Güllesilos.

Der Frost der vergangenen Tage sei zwar hilfreich, dass die Landwirte mit ihren schweren Geräten wieder auf ihre Felder können, das ist aber eher theoretischer Natur. „Frost ist zum Ausbringen von Gülle auch nicht kompatibel“, weiß Jacobs. Die Hinterlassenschaft von Schweinen und Rindern würde bei Frost nur auf dem Acker stehen und nicht in den Boden sickern. Unterm Strich stehen rund 58 000 Rinder und 120 000 Schweine in den Ställen im Altmarkkreis.

Neben der aktuellen Gülleproblematik treibe die Landwirte in diesen Tagen die Afrikanische Schweinepest um, weiß Jacobs. Die sei zwar noch nicht in Deutschland angekommen, dennoch versetzte sie die Landmänner in Sorge. „Die Afrikanische Schweinepest wird auch Thema beim Kreisbauerntag in Winterfeld sein“, kündigt Jacobs an. Am Mittwoch, 28. Februar, treffen sich die Landwirte der Region im Landhotel Wieseneck, zu der Krankheit wird es dann einen Vortrag geben. Ein Impfschutz gegen die tödlich verlaufende Tierkrankheit gebe es bisher nicht, sagt Annegret Jacobs. Sollte die Krankheit tatsächlich Deutschland erreichen, würden sogenannte Sperrzonen beziehungsweise eine Kernzone eingerichtet. Der Handel mit Schweinen in der betroffenen Region käme zum Erliegen. „Ich hoffe, dass die Seuche an uns vorüberzieht“, sagt Jacobs.

Von Jens Schopp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare