Bauernmarkt will Hallengrundstück von Stadt kaufen / Uneinig über Preis / Ärger mit Reitstadion

Zu viel für den Quadratmeter für Bauernmarktgrundstück

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Die Grundstückssituation am Gerstedter Weg in Salzwedel ist nicht einfach: Der Bauernmarktveranstalter AVG will das Gelände, auf dem sich die Halle befindet (r.), von der Stadt kaufen. Die wiederum will aber den Streifen rechts der Halle (dort, wo die zwei Rolltore zu sehen sind) behalten, weil Nachbarin Carolin Hornkohl vom Reitstadion (l.) auf diesem Streifen ein Überfahrtsrecht zu ihrem Grundstück (Freifläche in der Mitte, ehemaliger Parkplatz des Bauernmarktes) besitzt.

Salzwedel. Das Bauernmarktgrundstück am Gerstedter Weg 6 in Salzwedel wird vorerst nicht verkauft.

Ein Verhandlungstermin zwischen der Stadt als Eigentümerin und der AVG (Ausstellungs- und Veranstaltungsgesellschaft) als bisheriger Pächter, die den Bauernmarkt veranstaltet, ist am Donnerstag ergebnislos verlaufen.

Der Hauptgrund dafür sind die unterschiedlichen Preisvorstellungen der beiden Parteien. Die Stadt will rund 60 000 Euro für das 6000 Quadratmeter große Areal. Zu viel für Doreen Lyga-Schuchardt von der AVG. Sie verweist auf den Verkauf einer angrenzenden Stadtfläche an Nachbarin Carolin Hornkohl vom Reitstadion, die nur einen Bruchteil des Quadratmeterpreises bezahlt haben soll. Die Verwaltung wolle neu über die Angelegenheit beraten und habe auch ihr bis Dezember Bedenkzeit gegeben, berichtet Lyga-Schuchardt.

Doch es gibt noch weitere Probleme am Gerstedter Weg. Und die entzünden sich am wenig guten Verhältnis zwischen Bauernmarkt und Reitstadion, zwischen Lyga-Schuchardt und Hornkohl. Die Stadt wolle nämlich nicht das gesamte Grundstück, welches die Bauernmarkt-Chefin haben will und auf dem die Bauernmarkthalle steht, verkaufen. Ein Streifen hinter der Halle soll nach Auskunft von Lyga-Schuchardt davon ausgenommen werden. Dort habe die Stadt Carolin Hornkohl ein Überfahrtsrecht eingeräumt, damit diese ihr Grundstück nebenan erreichen kann. Ärgerlich für die Bauernmarkt-Chefin: Genau an dieser Stelle ließ sie vor Jahren Parkplätze, einen Weg und ein Tor bauen.

Die Verwaltung in Vertretung von Vize-Bürgermeister Andreas Vogel sei darauf bedacht, die Grundstücke des Bauernmarktes und die des Reitstadions zu trennen, erfuhr Lyga-Schuchardt im Rathaus. Sie solle daher direkt an der hinteren Giebelseite der Halle einen Zaun ziehen und die Tore neu setzen lassen.

Damit wären jedoch die hinteren Rolltore der Halle blockiert, die als Händlerzufahrt und gleichzeitig als Notausgang dienen. „Und die Betriebserlaubnis des Bauernmarktes wäre weg“, sagt Doreen Lyga-Schuchardt mit Fingerzeig auf Brandschutzvorgaben des Altmarkkreises.

Eine andere Sache bleibt nach wie vor ungeklärt. Bauernmarkt-Chefin Lyga-Schuchardt ärgert sich seit einiger Zeit über Trittbrettfahrer, die den Markt jeden Donnerstag nutzen, um nebenan auf dem Grundstück von Carolin Hornkohl ihre Stände aufbauen. Standgebühren zahlen sie keine, profitieren aber vom Besucherstrom. Viele Kunden wüssten gar nicht, dass sie sich dort gar nicht mehr auf dem Bauernmarkt befinden, so Lyga-Schuchardt.

Einigkeit gibt es zumindest beim Werbeschild, welches den Bauarbeiten an der Ernst-Thälmann-Straße zum Opfer gefallen ist. Die Stadtverwaltung wolle es ihr ersetzen, meint die Bauernmarkt-Chefin. Für das Wiederaufstellen müsse sie einen Antrag bei der Landesbaubehörde stellen.

Von Jens Heymann

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