Beleidigung und Sachbeschädigung an der Altperverstraße: Zweimal umplakatiert

Verletzte Polizisten mitten in Salzwedel verhöhnt

476 während des Hamburger G 20-Gipfel verletzte Polizisten werden von der Fassade des Autonomen Zentrums in Salzwedel herab verhöhnt. Foto: privat
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476 während des Hamburger G 20-Gipfel verletzte Polizisten werden von der Fassade des Autonomen Zentrums in Salzwedel herab verhöhnt.

Salzwedel. Versuche, die Altperverstraße in Salzwedel zu verschönern und wieder aufzuwerten, hat es vonseiten der Werbegemeinschaft und des Stadtrates viele gegeben. Nun haben bislang Unbekannte dort genau den entgegengesetzten Kurs eingeschlagen.

Nämlich den, die einstige Prachtstraße Salzwedels weiter in ihr Hässliches-Entlein-Dasein aus DDR-Zeiten zurückzustoßen.

Die endgültige Variante nach zweimal des Umplakatierens: Daneben die G 20 „Welcome to hell“-Plakate.

In der Nacht zu gestern wurde an der Altperverstraße die Fassade des Autonomen Zentrums „Kim-Hubert“ mit einem Spruchband beklebt. Nun hat der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach den Tätern. Denen wird in Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Stendal Beleidigung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Beleidigung deswegen, weil die erste Variante des anschließend noch zweimal umplakatierten Spruches den Einsatzleiter der Polizei während des G 20-Gipfels, Hartmut Dudde, am vergangenen Wochenende aufs Korn nahm. Den Worten „476 verletzte Cops! Ihr habt es so gewollt!“ folgte nämlich anfangs noch ein Hinweis darauf, was Polizeiführer Hartmut Dudde mit sich selbst tun soll. „Dort setzen die Ermittlungen an“, sagte Jürgen Faustmann, Kripochef und derzeit auch Chef des Altmarkkreisreviers, gestern.

Offenbar hatten die Sprücheschreiber dies aber auch selbst bemerkt und den Dudde-Nachsatz wieder entfernt. Dann wurde noch einmal umplakatiert und „Ihr habt es so gewollt!“ durch „Schuld seid ihr allein!“ ersetzt.

Was nun noch an der „Kim-Hubert“-Fassade stehe, sei nicht strafrechtlich relevant, kommentierte Jürgen Faustmann. Und weiter: „Da soll sich jeder seine eigene Meinung bilden. Es passt zu den Abläufen in Hamburg.“

Ermittelt wird auch wegen Sachbeschädigung, da unklar sei, wer an dem Gebäude plakatiert habe. Eine Anzeige vom Autonomen Zentrum habe es noch nicht gegeben, so Faustmann. Und weiter: „Die reden nicht mit uns.“

Von Holger Benecke

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