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Verein will alte Bahnstrecke von Salzwedel nach Oebisfelde reaktivieren

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Von: Christian Reuter

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Ehemaliger Bahnhof
Der Förderverein Jeetze(l)talbahn will die alte Bahnstrecke von Salzwedel nach Oebisfelde reaktivieren. Derzeit ist am ehemaligen Bahnhof Salzwedel Altstadt kaum noch etwas von einer Bahnlinie zu erkennen. © Christian Reuter

Ein sehr ambitioniertes Ziel hat sich der Förderverein Jeetze(l)talbahn auf seine Fahnen geschrieben: Er will die ehemalige Bahnstrecke von Salzwedel nach Oebisfelde reaktivieren. Um das zu erreichen, könnten eine Machbarkeitsstudie und eine Petition helfen. Die Mitglieder des Vereins wollen auch weiterhin ganz aktiv etwas für das Wiederbeleben der alten Bahnstrecke tun, indem sie zugewachsene Abschnitte freischneiden, war auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am Freitagabend, 9. Dezember, im Salzwedeler Bürgermeisterhof zu erfahren.

Salzwedel. Zu Beginn der Zusammenkunft konnte der Vereinsvorsitzende Thorsten Hensel eine positive Nachricht verkünden: Der Förderverein Jeetze(l)talbahn zählt derzeit 63 Mitglieder und damit zwölf mehr als vor einem Jahr.

Hensel verwies darauf, dass der Verein Mitglied im Deutschen Bahnkundenverband ist: „Der Austausch ist wichtig, gemeinsam kann man mehr bewegen.“ Deshalb war auch Rolf Schulze vom Nachbarverein „Die Bahn bleibt!“ zu Gast. Er berichtete davon, dass die Deutsche Regionaleisenbahn dabei sei, die alte Bahnstrecke von Salzwedel über Arendsee nach Geestgottberg wieder befahrbar zu machen. „Aktuell ist ein Gleisbauunternehmen bei Riebau im Einsatz, um Schwellen zu wechseln.“

Im Frühjahr solle dieser Abschnitt wieder befahrbar sein. Und in Geestgottberg werde das Betonwerk mit einem Güteranschluss angebunden. „Wir streben die kontinuierliche Befahrbarkeit dieser Strecke an“, erklärte Schulze. Um dafür ein Signal zu setzen, gebe es am Wochenende 10. und 11. Dezember zwischen Mechau und Kläden Fahrten mit einer Motordraisine.

Auch die ehemaligen Bahnstrecken von Dannenberg nach Uelzen und von Lüchow nach Dannenberg sollen wieder befahrbar gemacht werden, teilte Schulze mit. Dafür solle eine Machbarkeitsstudie erstellt werden; den Beschluss dazu solle der Kreistag von Lüchow-Dannenberg am Montag, 12. Dezember, fassen.

Die Studie sei wichtig, denn in Dannenberg müssten mehrere Brücken saniert werden. Schulze: „Bei einer positiven Machbarkeitsstudie könnten Fördermittel für die Sanierung der Brücken eingeworben werden.“

Wenn das Erstellen der Studie vom Kreistag Lüchow-Dannenberg beschlossen werde, „ist das für uns in der Altmark dann auch Rückenwind“. Denn Ziel müsse es sein, auch für die Strecke von Salzwedel nach Oebisfelde beziehungsweise Wolfsburg eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen. „Das könnte der Türöffner sein, dass wir auf der Strecke endlich vorankommen“, führte Schulze aus.

Thorsten Hensel machte auf ein „Grundsatzproblem“ aufmerksam. In Sachsen-Anhalt wolle die Landesregierung keine einzige alte Bahnstrecke reaktivieren. Deshalb solle eine Petition an das Land gehen, in der die Wiederbelebung der Strecke von Salzwedel nach Oebisfelde gefordert wird. Gleichzeitig sollen Gespräche mit den Bürgermeistern der Kommunen und den Landräten geführt werden, um sie von der Notwendigkeit einer Machbarkeitsstudie zu überzeugen. Das Freischneiden von einzelnen Abschnitten, wie in diesem Jahr in Beetzendorf, solle 2023 fortgesetzt werden. „Wichtig ist, es bewegt sich was. Ich bin zuversichtlich, dass wir vorankommen“, so Hensel.

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