Vom Prinzip Offenheit

Verein Bürgermeisterhof unterstützt das Projekt „Co-Working Spaces“

Ein Mann mit Bart.
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Tobias Kremkau beschäftigt sich seit Jahren mit neuen Arbeitsmodellen.
  • vonArno Zähringer
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Früher hieß es schlicht und einfach Zusammenarbeit, jetzt, im neudeutschen Sprachgebrauch, Co-Working. Das Prinzip ist eigentlich identisch, nur der Rahmen ist anders. Co-Working richtet sich an Selbstständige, die nicht alleine zu Hause im stillen Kämmerlein vor sich hin wurschteln wollen, sondern auf den Austausch mit anderen setzen.

Salzwedel – Co-Working ist vereinfacht gesagt eine Entwicklung im Bereich „neue Arbeitsformen“. Freiberufler, kleinere Start-ups oder auch digitale Freiberufler arbeiten dabei meist in größeren, verhältnismäßig offenen Räumen und können auf diese Weise voneinander profitieren. Dabei geht es unter anderem um den Austausch von Informationen, Ideen, aber auch unterschiedlichen Sichtweisen. Die Unternehmer arbeiten entweder voneinander unabhängig in unterschiedlichen Firmen und Projekten oder sie entwickeln mit anderen Co-Workern gemeinsam neue Vorhaben. Co-Working lebt vom Prinzip Offenheit.

Der Verein Bürgermeisterhof und Cathleen Hoffmann hatten am Donnerstag Tobias Kremkau, Referent für Beratung und Entwicklung in der CoWorkLand eG, eingeladen. Hintergrund: Er sollte unter dem Titel „Zukunft.Arbeit.Landleben“ neue Arbeitsmodelle für ländliche Räume vorstellen. Und Kremkau ist optimistisch, in Salzwedel einen sogenannten „Co-Working Space“ einzurichten. Das Geschäftskonzept beinhaltet, die Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) zeitlich befristet zur Verfügung stellen.

„In Salzwedel würden Räume mit einer Größe von bis zu 300 Quadratmetern ausreichen, das entspricht rund zehn Quadratmeter pro Person – einschließlich aller Versorgungsräume wie beispielsweise Toiletten.“ Die monatlichen Kosten pro Teilnehmer bezifferte Kremkau auf 100 bis 300 Euro. Je nachdem, ob ein fester oder flexibler Arbeitsplatz gewünscht wird. Die Frage sei deshalb nicht, ob sich das Engagement des Anbieters, also desjenigen, der Räume und Hardware zur Verfügung stellt, finanziell lohnt; davon ist Kremkau überzeugt.

Die Frage sei nur, innerhalb welchen Zeitraums das Projekt sich wirtschaftlich trägt. In Berlin sei das Ganze kein Thema, dort dauere es nur kurze Zeit, bis der „Co-Working Space“ ausgebucht ist. In Sachen-Anhalt gibt es nach Angaben Kremkaus bereits etwa 20 „Co-Working Spaces“, ein weiterer sei in Krevese bei Osterburg geplant. Kremkau sieht in den neuen Arbeitsmodellen auch Chancen für die Kommunen. „Immerhin geben die Teilnehmer vor Ort durchschnittlich 11 Euro pro Tag aus.“

Cathleen Hoffmann und Jacob Blödow, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Salzwedeler Bürgermeisterhofvereins, stehen dem Vorhaben positiv gegenüber. Sie können sich vorstellen, ein entsprechendes Angebot im Bürgermeisterhof an der Burgstraße zu präsentieren. „Gerade in einer solch wunderbaren Kulisse“, meint Hoffmann. Und Kremkau bestätigt, dass das Ambiente für potenzielle Kunden durchaus auch ein Argument ist, sich für „Co-Working Space“ anzumelden. Zumal in Salzwedel die Voraussetzungen für die technische Infrastruktur vorhanden seien. „Eine 100-Mbit-Leitung reicht aus.“

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