Spendenziel zur Hälfte geschafft

Verein Bürgermeisterhof hofft auf weitere Hilfen

Gebäude und Menschen
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Der Bürgermeisterhof in Salzwedel: Der Verein konnte bisher 45 000 Euro Spenden für dessen Kauf verzeichnen. Weitere 45 000 Euro fehlen noch.
  • VonLydia Zahn
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Die Hälfte ist schon mal geschafft. Die Rede ist von der Crowdfundingkampagne des Vereins Bürgermeisterhof Salzwedel. Denn dieser hatte im Frühjahr dazu aufgerufen, für das Bauwerk in der Innenstadt zu spenden. Der Plan war es, dass 800 Menschen 100 Euro beisteuern, um die Kaufsumme von 80 000 Euro, die vorerst durch private Darlehen zusammengetragen wurden, zu decken.

Salzwedel – Die etwa 15 Mitglieder des Vereins haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Die stark sanierungsbedürftigen Fachwerkhäuser aus dem 16., 18. und 19. Jahrhundert für eine gemeinwohlorientierte Nutzung zu erhalten. Durch die Crowdfunding-Aktion kamen bisher 45 000 Euro zusammen. 20 000 waren bereits nach den ersten zwei Wochen gespendet worden. Doch weitere 45 000 Euro fehlen noch, um Kaufpreis und Nebenkosten – insgesamt 90 000 Euro – zu finanzieren. Die Herausforderung: Nur wenn die noch fehlende Summe bis zum Jahresende aufgebracht wird, kann der Verein bewilligte Fördergelder abrufen und nutzen.

„Wir freuen uns sehr, dass die Salzwedeler Bevölkerung und auswärtige Besucher bereits so viel gespendet haben, um dieses einzigartige Denkmal zu retten“, freut sich Vereinsvorsitzende Janet Meusel. Und: „Das zeigt auch, dass wir goldrichtig lagen mit unserer Einschätzung, als wir den Bürgermeisterhof vergangenes Jahr gekauft haben. Es ist den Leuten eine Herzensangelegenheit, dass der Bürgermeisterhof nicht zum Spekulationsobjekt eines Investors wird, sondern ein offenes Haus für alle im Herzen der Hansestadt bleibt.“

Und der Bürgermeisterhof hat im April schon Zuwachs bekommen. Denn die Ladenfläche an der Burgstraße wurde von dem Kunsthandwerkerkollektiv „Die Hansenbande“ bezogen (wir berichteten). Dabei soll es aber nicht bleiben. Die Mitglieder haben in den vergangenen Monaten einen an die Räume der früheren Gastwirtschaft angebauten Anbau komplett saniert. Das Ziel ist, den Schankbetrieb wieder aufzunehmen, sodass es sich Gäste und Touristen im Innenhof mit Getränken gemütlich machen können.

Weitere Sanierungsarbeiten können vorerst jedoch nicht in Angriff genommen werden, weil diese dem Denkmalschutz unterliegen. Erst wenn der Verein offiziell Eigentümer der Immobilie ist, geht es weiter. Das gilt auch für Fördergelder zur Denkmalpflege, die bewilligt wurden. Rufen die Mitglieder diese nicht ab, drohen sie am Jahresende zu verfallen. Doch der Verein bleibt optimistisch. „Das überwältigende positive Feedback, das wir in den letzten Monaten von Salzwedeler und Gästen bekommen haben, bestärkt uns in dem Glauben, dass wir irgendwie auch die zweite Hälfte der Kaufsumme zusammen bekommen“, sagt Meusel voller Hoffnung.

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