Verband rät zum Hinterfragen des Strompreises

Verbraucherzentrale: Einfacher Wechsel

kah Magdeburg/Altmark. Widersprüchliche Meldungen zur Entwicklung des Strompreises vermerkt die Verbraucherzentrale des Landes Sachsen-Anhalt: sinkende EEG-Umlage, steigende Netzentgelte, Großhandelspreise.

Was genau das für die eigene Stromrechnung bedeutet, sei dabei oft nur schwer zu erkennen, sagt Martina Angelus, Energiereferentin der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt.

„Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen“, erklärt Angelus, „die unabhängig voneinander steigen und fallen können.“ Da ist zunächst die Ökostrom- oder EEG-Umlage: „Mit der Umlage werden die Verbraucher an den Kosten für die Förderung erneuerbarer Energien beteiligt‘“, erläutert Martina Angelus. 2015 ist dieser Anteil des Strompreises erstmals leicht gesunken, von 6,24 auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde. Ein weiterer Punkt seien die Netzentgelte – das sind die Gebühren für die Nutzung der Stromnetze, die die Stromversorger entrichten muss. Sie steigen allerdings in einigen Regionen. Der dritte Faktor für die Schwankungen im Strompreis seien die Beschaffungspreise für Strom an der Leipziger Strombörse. Hier kaufen Stromanbieter den Strom zu einem bestimmten Kurs. Und dieser Preis ist gefallen.

Die Bilanz von diesen drei Faktoren falle je nach Region und Stromanbieter unterschiedlich aus, meint Angelus. „Während einige Anbieter schon im vergangenen Jahr angekündigt haben, die Preise zu senken, kommen auf andere Kunden sogar Mehrkosten zu, wenn der Stromversorger höhere Netzentgelte zahlen muss oder schlicht seine Einsparungen nicht an die Kunden weitergibt.“ Hiergegen solle sich der Kunde wehren – mit dem Wechsel des Anbieters. „Der Wechsel ist viel einfacher, als viele glauben“, versichert Angelus.

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