Burgstraßen-Untergrund atmet Stadtgeschichte

Salzwedel: Verborgene Schätze gehoben – Archäologen im Dauereinsatz

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Dr. Uwe Fiedler vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle wird zusammen mit René Leupold mit Mitteln der Investoren bezahlt.
  • Holger Benecke
    VonHolger Benecke
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Für Dr. Uwe Fiedler und seinen Gehilfen René Leupold, die für das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie den Bau begleiten, ist die Burgstraße wie eine Schatzkiste. Fast täglich finden die Tiefbauer neue Artefakte aus der Vergangenheit in Salzwedels Untergrund. Gestern untersuchten sie einen Knüppeldamm, den ein Bagger in etwa zwei Meter Tiefe freigelegt hat.

Salzwedel - Dr. Fiedler datiert das Alter des Fundes nahe dem Amtsgericht auf Anfang bis Mitte des 12. Jahrhunderts. Dort habe es früher nicht nur eine Straße gegeben, sondern am ehemaligen Altstädter Rathaus (Amtsgericht) den sogenannten Nordmarkt, weiß der Archäologe aus seinen Forschungen und nun auch aus seinen Funden.

Genaue Dokumentation der Funde zwischen Amtsgericht und Löwenapotheke ist vor dem Bergen angesagt.

„Der Grund wurde dort mit kleinen Stämmen befestigt, die dicht nebeneinander quer über die Straße oder über den Straßenmarkt angeordnet wurden. Die Hölzer wirkten noch wie frisch. Teilweise war die Borke noch erhalten, an anderer Stelle hatte eine Birke die Hälfte ihrer charakteristischen Rinde bewahrt“, ist Dr. Fiedler begeistert. Eine genaue Datierung sollen die nun folgenden Jahrringuntersuchungen im Landesamt ergeben. Aus den Rundhölzern gesägte Baumscheiben lassen im Vergleich zu bekannten Proben das genaue Fälldatum ermitteln, hofft Fiedler.

Gleiches gelte für die kurz zuvor entdeckten Reste einer alten Wasserleitung. Denn die älteste bekannte Mischwasserleitung wurde in Salzwedel 1895 verlegt, kann der Archäologe nun ein altes Kapitel in der Stadtgeschichte neu schreiben.

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