„Verantwortungslos“

Die von der Bürgerinitiative erstellte Karte mit 480 von über 600 alten Erdgas-Bohrlöchern, die im Fall einer CO2-Verpressung mögliche Leckagewege sein könnten.

mei hob Magdeburg / Altmark. Die Landesregierung will die CO2-Speicherung in der Altmark im Landesentwicklungsplan festschreiben – und ist auf diesem Weg seit gestern ein Stück weiter. Trotz der Proteste aus der Altmark hat der Wirtschaftsausschuss die langfristige Kohlendioxidspeicherung empfohlen. Die Bürgerinitiative (BI) „Kein CO2-Endlager Altmark“ reagierte prompt.

„Verantwortungslos“, empörte sich gestern der altmärkische FDP-Landtagsabgeordnete Lutz Franke. Er hatte im Wirtschaftsausschuss versucht, seine Landtagskollegen umzustimmen. „Es wurde noch kein einziger Kubikmeter Gas in die Erde verbracht, die Forschung ist noch nicht einmal angelaufen.“ Erst, wenn belastbare Forschungsergebnisse vorliegen, könne man darüber entscheiden, ob die Erdgaslagerstätten für die dauerhafte CO2-Lagerung geeignet sind, so Franke in einer ersten Reaktion. CDU und SPD würden planerische Fakten schaffen, bevor eine wissenschaftliche Erforschung überhaupt begonnen hat. Damit, so der liberale Politiker, würden die Koalitionsfraktionen ihrer Verantwortung für die Altmärker nicht gerecht.

„Es ist nur wenige Tage her, da hatten sich Haseloff (CDU) und Bullerjahn (SPD) stellvertretend für die Landesregierung gegen das CO2-Endlager ausgesprochen“, kommentiert BI-Sprecher Stefan Quisdorf. Doch nun werde klar, dass diese Aussage „nur eine Nebelkerze“ gewesen sei und die Landesregierung die Pläne von Vattenfall und Gaz de France Suez mit der Sicherung der Erdgaslagerstätte als CO2-Endlager unterstützt. „Minister Haseloff, der das CCS-Gesetz immer wieder kritisiert hat, geht es offensichtlich nur um die Haftungsfrage des Landes. Findet sich dafür eine einvernehmliche Lösung mit dem Bund im Rahmen der Gestaltung des CCS-Gesetzes, so wird dieses vermutlich dann als die geforderte Sicherheit den Altmärkern verkauft“, befürchtet BI-Sprecher Lothar Lehmann. Die Bürgerinitiative fordert eine klare Positionierung aller Landesparteien, nicht nur im Hinblick auf die Landtagswahlen im März 2011. Quisdorf: „Eine Möglichkeit dafür bietet die Großveranstaltung mit Podiumsdiskussion an der betriebsbereiten Verpressungsanlage in Maxdorf am Sonntag, 26. September, ab 14 Uhr im Zelt.“

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