Arbeit an allen Ecken und Enden

Unterhaltungsverband "Jeetze" kämpft gegen Erlensterben und hilft beim Artenschutz

Entlang der L 8 bei Wallstawe sind Erlen zur Beschattung der Beeke im Auftrag der Landesstraßenbaubehörde angepflanzt worden. Ein Kontrast zur natürlichen Ansiedlung an der Dumme bei Wistedt.
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Entlang der L 8 bei Wallstawe sind Erlen zur Beschattung der Beeke im Auftrag der Landesstraßenbaubehörde angepflanzt worden. Ein Kontrast zur natürlichen Ansiedlung an der Dumme bei Wistedt.

Tylsen / Wistedt / Wallstawe – Es breche trotz Corona-Pandemie keine Arbeit weg, sagt Uwe Heinecke, Chef des Unterhaltungsverbandes „Jeetze“. Bei den Hütern über das Wassergräbennetz rund um Salzwedel gibt es keinen Mangel an Beschäftigung.

Die diesjährige Grabenschau, acht Veranstaltungen von Binde bis Mahlsdorf, war schon vor der Virusausbreitung abgeschlossen. Doch zahlreiche andere Projekte laufen noch.

Uwe Heinecke hält eine Erle an der Dumme.

Ein anhaltendes Problem ist nach wie vor das durch einen pilzähnlichen Mikroorganismus (Phytophthora alni) verursachte Erlensterben. Im vergangenen Jahr habe der Unterhaltungsverband viele Bäume fällen müssen, so Uwe Heinecke. Auch dieses Jahr schon wieder bei Kricheldorf. Der Erreger sorgt dafür, dass die Bäume vertrocknen. Allerdings: So manche bis auf den Stock heruntergeschnittene Erle schlägt wieder kräftig aus, berichtet der „Jeetze“-Chef. Die Natur lässt sich also nicht so leicht unterkriegen. Ein Effekt, auf den die Männer vom Unterhaltungsverband mit ihren Eingriffen gehofft haben.

Ein anderes Thema ist die sich entwickelnde Trockenheit. Erste Gewässer seien bereits trocken, so Uwe Heinecke. Das beeinflusse auch die Unterhaltung der Gräben, so der Fachmann und spricht von einem „speziellen Jahr“.

Die im vergangenen Jahr erstmals gezahlte Nutria-Entnahmeprämie (drei Euro pro Tier) sei gut angenommen worden, heißt es weiter. Auch wenn die angestrebte Anzahl letztlich nicht erreicht worden sei. Der milde Winter spiele den eigentlich kälteempfindlichen Tieren in die Karten. Deren Bauaktivitäten lassen sich anhand der Höhlen entlang der Dumme und anderer Fließgewässer gut nachvollziehen; manche Ufer sind durchlöchert.

Der Unterhaltungsverband beschäftigt sich viel mit Art-erhaltung. Projekte zielen beispielsweise auf heimische Libellenarten, Muscheln, Braunkehlchen und Eisvogel ab. Über die staatliche Artensofortförderung wurden Grabentaschen für Amphibien und Laichstrecken für Forellen angelegt.

VON JENS HEYMANN

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