Haushaltslöschkübel vor den Häusern potenzieller Brandschützer sollen wachrütteln

Ungewöhnliche Aktion in Kuhfelde

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Die Idee mit den Haushaltslöschkübeln haben die Kuhfelder von einer niedersächsischen Feuerwehr abgekupfert, die damit bundesweit Schlagzeilen machte und Preise abräumte. In Sachsen-Anhalt ist diese Aktion bisher einzigartig.

Kuhfelde. Mit einer ungewöhnlichen und landesweit einzigartigen Aktion wirbt die Kuhfelder Feuerwehr in den Ortsteilen um Mitglieder: Vor alle Häuser, in denen potenzielle Brandschützer wohnen, werden heute Haushaltslöschkübel gestellt.

Darin finden die Bewohner Flyer, die auf das Problem der Freiwilligen Feuerwehr – Mitgliederschwund und Nachwuchsmangel – sowie auf einen Infoabend am 18. Oktober hinweisen.

Werbewirksame Idee

Die Idee mit den Löschkübeln haben die Kuhfelder von der niedersächsischen Wehr Vallstedt/Alvesse abgekupfert, die damit bundesweit Schlagzeilen gemacht und Preise abgeräumt hat. Auch die dortigen Brandbekämpfer hatten mit Mitgliedermangel zu kämpfen, wie bundesweit nahezu alle Freiwilligen Feuerwehren. Zusammenlegungen von Wehren oder die Aufgabe von Standorten – so etwas „können wir uns in unserem ländlich geprägten Gebiet mit zum Teil weiten Entfernungen zwischen verschiedenen Ortsteilen bzw. Ortschaften nicht leisten“, begründet Kuhfeldes Wehrleiter Martin Gerber. Er, sein Amtskollege in Siedenlangenbeck Werner Serien und Torsten Jegust von der Feuerwehr Valfitz wollen nicht länger zusehen. Die drei Wehren im Gemeindegebiet Kuhfelde haben zusammen an die 70 Mitglieder, Tendenz rückläufig. Durch eine gemeinsame Alarmierung im Notfall können sie aber eine Einsatzbereitschaft rund um die Uhr garantieren. Doch auch das wird immer schwieriger.

Die drei Wehrleiter glauben nicht, dass künftige Schließungen von Wehren allein das Resultat fehlender Finanzen sind. Vielmehr „scheint in der breiten Bevölkerung der fundamentale Gedanke der Feuerwehr, nämlich sich selbst, seinem Nachbarn und einen Mitmenschen zu helfen, allmählich verloren zu gehen“. Hier setzt die Löschkübel-Aktion an.

Mit gewissem Witz

Die Eimer sollen nämlich mit einem gewissen Witz darauf aufmerksam machen, dass das Ehrenamt Feuerwehr wichtig ist. Jeder kann schnell in eine lebensbedrohliche Lage geraten, zum Beispiel wenn das eigene Haus brennt oder man in einen Verkehrsunfall verwickelt wird. Wenn keine Feuerwehr da ist, werden sich die Bürger im Brandfall wohl oder übel mit den Haushalts-Löschkübeln selbst helfen müssen, so der Hintergrundgedanke dieser Aktion, die wachrütteln und zum Nachdenken anregen soll.

Entwickelt wurde die Eimer-Aktion von einer Branschweiger Werbeagentur. Für die Feuerwehr Vallstedt/Alvesse war sie ein voller Erfolg: Acht neue Mitglieder konnten so gewonnen werden, weitere haben Interesse bekundet.

Die Kuhfelder wurden bei dieser Idee von ihrem Feuerwehr-Förderverein unterstützt, der die ca. 100 Haushaltslöschkübel bezahlt hat (300 Euro).

Von Ulrike Meineke

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