Wenn Toiletten zur Kunst werden

Umbau im Hanseat in Salzwedel fast abgeschlossen: Restarbeiten laufen

Mario Zahn, Schlosser bei der Firma Metallbau Willi Schneider, und „Hansa“-Chef Marian Stütz.
+
Mario Zahn, Schlosser bei der Firma Metallbau Willi Schneider, und „Hansa“-Chef Marian Stütz.
  • vonLydia Zahn
    schließen

Das Hanseat in Salzwedel wird seit März vergangenen Jahres umgebaut. Nur noch einzelne Restarbeiten fehlen. Der „Hansa“-Chef Marian Stütz zeigte der AZ die kunstvoll umgestalteten Örtlichkeiten.

Salzwedel – Waschbecken und Pissoirs aus Bierfässern und eine Wandverkleidung die an einen rostigen, alten Dampfer erinnert – Auf so eine Idee, muss man erst einmal kommen. Und diesen Einfall hatte Marian Stütz, Geschäftsführer des Hanseat in Salzwedel, nicht nur, er setzte ihn auch um. Denn das „Hansa“ wird seit März vergangenen Jahres umgebaut (wir berichteten), dazu gehören unter anderem auch die Toiletten.

„Mensch, hab ich mir gedacht, wenn die Toiletten mal neu gemacht werden, könnte das in die Richtung gehen“, beginnt Stütz im Gespräch mit der AZ. Die Inspiration für die Umgestaltung der WCs des Soziokulturellen Zentrums an der Altperverstraße holte er sich in Budapest. „Ich habe da in einem Lokal etwas ähnliches gesehen“, erklärt der „Hansa“-Chef weiter. Aber nicht nur, dass die Waschbecken und Urinale ausgefallen und besonders sind – schon fast Kunstwerken gleichen – auch die Wände und Türen der Örtlichkeiten lassen staunen.

Für die Wandverkleidung in der Herrentoilette wurden rund 50 Quadratmeter Cortenblech benötigt.

Mario Zahn, Schlosser bei der Firma Metallbau Willi Schneider in Salzwedel, erklärte der AZ, wie er und sein Team diese Herausforderung umsetzten: „Mit Cortenblech haben wir die Wände verkleidet, verschweißt und mit Schnellroster behandelt. Dadurch sehen die Wände auch so verrostet aus.“ Die Idee, des „Hansa“-Chefs mit den Bierfässern, sei nicht so einfach umzusetzen gewesen. „Wir mussten uns überlegen, wie wir das machen können, was gar nicht mal so einfach war. Ich habe dann ein paar Vorschläge gesammelt und schlussendlich ist es diese geworden“, führt der Schlosser mit einem Fingerzeig auf den Waschtisch weiter aus.

Dafür wurde der obere Ring von Bierfässern abgetrennt, ein Teil des Fasses entfernt und besagter Ring wieder aufgesetzt und festgeschweißt, wie Zahn verrät. Ähnliches Verfahren bei den Pissoirs, bloß, dass diese hinten höher sind als vorne.

Die neuen Waschbecken aus Bierfässern sind auf den WCs im Hanseat zu finden.

„Die gibt es kein zweites Mal, die wurden extra für das Hanseat angefertigt“, berichtet Zahn stolz. Aber es gibt noch weitere Hingucker zu endecken. So sind die Türen der Toilettenkabinen mit Alu-Quintettblech und die Wasserhähne mit dem Schriftzug „Hansa“ versehen.

Ganz sind die Renovierungsarbeiten aber noch nicht abgeschlossen. Denn Handtuchspender und Spiegel auf den WCs fehlen noch. Die Heizkörper wurden neu gestrichen und müssen wieder angebracht werden. Die Fensterarbeiten laufen ebenfalls noch. Außerdem solle das analoge Bühnenlicht im Saal erneuert werden, wie Marian Stütz erklärt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare