1. az-online.de
  2. Altmark
  3. Salzwedel

Um drastische Preissteigerungen abzufedern: Salzwedeler Tafel bekommt PV-Anlage

Erstellt:

Von: Lydia Zahn

Kommentare

grafik
So soll das Dach der Salzwedeler Tafel am Ende aussehen – bedeckt von Solarmodulen. Bis Ende Oktober könnte das schon umgesetzt worden sein. © Privat

Die Salzwedeler Tafel bekommt eine PV-Anlage aufs Dach. Damit soll den drastisch steigenden Preiserhöhungen entgegengewirkt werden. Mindestens ein Drittel der Kosten könnte das Diakonische Werk Altmark West so einsparen.

Salzwedel – Die massiv gestiegenen Preise treffen auch die Salzwedeler Tafel (wir berichteten). Neben den Spritpreisen, die sonst bei 8000 Euro im Jahr liegen und wohl auf 11 000 Euro steigen, klettern auch die Ausgaben für Gas in die Höhe. Wie Barbara Quast, Geschäftsführerin der Diakonie Altmark West, erklärte, liegen diese nun pro Jahr bei 11 000 Euro, vorher bei rund 5500. Doch einen Lichtblick gibt es. Über steigende Strompreise muss sich die Tafel bald keine Gedanken mehr machen. Denn das Gebäude an der Schillerstraße soll eine Photovoltaikanlage (PV) bekommen.

Eine Ersparnis von mindestens 33 Prozent

Umgesetzt und finanziert wird das von Jost Fischer und seiner Firma. „Wir haben jetzt alles zusammen, in einer Woche soll es losgehen“, verkündete er gestern. Fischer hatte sich mit Barbara Quast und Diakonie-Vorstand Roland Lahmann getroffen. Laut Lahmann sind vor allem die beiden Kühl- und die Tiefkühlzelle der größte Stromfresser. 18 000 Kilowattstunden (kWh) verbraucht die Tafel in Salzwedel jährlich.

menschen
Die Tafel bekommt eine PV-Anlage, erklärten Barbara Quast, Roland Lahmann (Mitte) und Jost Fischer. © Zahn, Lydia

Knapp 99 000 Euro investiert Fischer, um der Tafel eine PV-Anlage aufs Dach zu setzen. Laut Vertrag, der 21 Jahre läuft, muss die Diakonie in diesem Zeitraum 20 Cent pro kWh bezahlen. „30 Cent kostet die Kilowattstunde im Schnitt, da sie nur 20 Cent bezahlen, sparen sie mindestens ein Drittel an Kosten“, bilanzierte Fischer. Er rechnet mit einer Preissteigerung von 30 bis 40 Prozent beim Strom. Aber: „Darum braucht sich die Diakonie keine Gedanken mehr zu machen“, freute sich Jost Fischer.

Arbeiten dauern bis Oktober

Neben der Anlage an sich gibt es noch eine Batterie dazu, damit der Strom auch gespeichert werden und die Diakonie diesen rund um die Uhr nutzen kann. Fast das komplette Dach wird dann von Solarmodulen bedeckt sein (siehe Bild). Bis Ende Oktober sollen die Arbeiten dauern.

Neben der PV-Anlage lässt die Diakonie noch die Dämmung erneuern. Dafür musste ein Kredit aufgenommen werden, erzählte Barbara Quast. Doch mit den Modernisierungen wird unterm Strich Geld gespart. „Wir hatten zwischendurch Angst, dass wir Pleite gehen und schließen müssen. Doch Angst brauchen wir jetzt keine mehr haben“, gestand Lahmann erleichtert mit Blick auf die 250 Haushalte und insgesamt 400 hilfsbedürftigen Tafelgänger.

Auch interessant

Kommentare