Karl Friedrich von dem Knesebeck bekam als Dank ein Kloster

Tylsener General jagte Napoleon zum Teufel

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Dank für die Treue: König Friedrich Wilhelm III. schenkte 1823 Karl Friedrich von dem Knesebeck weite Teile des Klosters Huysburg am Harz. Auch eine Brauerei gehörte dazu.

Tylsen. Unzählige hohe Beamte, Staatsdiener und Offiziere hat die uradlige Familie von dem Knesebeck hervorgebracht, deren Wurzeln über Ostniedersachsen bis in die westliche Altmark reichen.

Einer der tapfersten und erfolgreichsten Sprosse aber war der General Karl Friedrich von dem Knesebeck (1768 – 1848).

Er entstammte der Linie Karwe vom Ruppiner See. Sein Sohn Alfred (1816 – 1883) war unter anderem Herr über die Güter in Tylsen und außerdem einer der wohlhabendsten Familienmitglieder.

Der größte Verdienst von Karl Friedrich von dem Knesebeck: Er jagte keinen geringeren als den französischen Kaiser Napoleon von deutschem Boden und damit zum Teufel.

Es war im Winter 1812, also dieser Tage genau vor 200 Jahren, als Knesebeck die diplomatische Aufgabe bekam, Russland in die Allianz gegen Napoleon zu holen. Seine List: Napoleons Truppen sollten in die Weite des Ostens gelockt, dort geschwächt und aufgerieben werden. Dieser Plan gelang.

Danach wurde der Offizier Karl Friedrich von dem Knesebeck zunächst am 6. März 1813 zum Oberst und Generaladjutanten des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III. befördert, dem er schon bei der Schlacht von Auerstedt 1806 zur Seite stand. Die Kriege bis zur Befreiung von Napoleon 1813 – 1815 machte Karl Friedrich von dem Knesebeck meist im Hauptquartier des Königs mit. Nach dem Sieg begleitete Knesebeck, als Hobbyliterat unter anderem mit Goethe befreundet, den Herrscher nach London und 1815 zum Wiener Kongress. 1823 schenkte König Friedrich Wilhelm III. dem Altmärker Teile des Klosters Huysburg am Harz.

Der neue Herr ließ daraufhin große Teile des Klosters schleifen und baute sich mit dem Material ein neues Schloss in der Gemeinde Röderhof. 1825 wurde Knesebeck als General Chef der Infanterie und Oberbefehlshaber der preußischen Armee in Polen.

Unter König Friedrich Wilhelm IV. wurde der Adlige dann Generalfeldmarschall. Danach dankte er ab. Der enge Vertraute zweier Preußenkönige starb am 12. Januar 1848 in Berlin und liegt auf dem alten Garnisonsfriedhof begraben.

Karl Friedrich von dem Knesebeck war seit seinem 13. Lebensjahr in preußischen Staatsdiensten. Er focht in insgesamt 17 Schlachten mit. Wie der Tylsener Pastor Karl Mehldau (1858 – 1917) recherchierte, ist die Wetterfahne auf der Tylsener Kirche ein französisches Relikt der Kriege mit Napoleon von 1813 – 1815.

Doch wie kam dieses Stück Frankreich in die Altmark? Mit den Trümmern seines Heeres eilte Napoleon damals nach Frankreich zurück. Das preußische Heer war über Holland auf dem Vormarsch nach Frankreich. Zusammen mit dem österreichischen Feldmarschall Fürst Schwarzenberg marschierte die Armee von General Blücher über den Rhein.

Dieser Truppe gehörte auch der Tylsener General Karl Friedrich von dem Knesebeck an. Im Kampfgetümmel erreichte er den französischen Ort Laon.

Die Kirche im Zentrum der Stadt war zerschossen. Nur die Wetterfahne blieb heil. Der Tylsener nahm sie als Andenken und Kriegsbeute mit in die Altmark und verwendete sie schließlich beim Turmbau.

Von Kai Zuber

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