Schlossruine vor Tierpark

Tylsener Denkmal nachträglich in Förderprogramm gerutscht

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Die Schlossruine Tylsen kommt noch in die Leader-Förderung. Das Landwirtschaftsministerium gibt 731 000 Euro für sechs zusätzliche Projekte in der Altmark.

Tylsen / Salzwedel – Es ist eigentlich eine alltägliche Meldung gewesen: Die Lokale Aktionsgruppe „Mittlere Altmark“ teilte vor wenigen Tagen mit, dass der Erhalt der Tylsener Schlossruine noch nachträglich in die Leader-Förderung gerutscht ist.

Zusammen mit fünf anderen Projekten stand es auf der Warteliste, doch zusätzliche 731 000 Euro an EU-Mitteln machen es möglich.

Das auf den ersten Blick Brisante an der Sache: Der Tierpark in Salzwedel, der unter anderem ein neues Gehege braucht, stand auf der Warteliste eigentlich weiter oben, war im Vorfeld als dringender eingeschätzt worden. Stattdessen kommt nun mit der Schlossruine Tylsen ein immer wieder misstrauisch beäugtes Vorhaben zum Zuge, das in den Augen mancher als heimliches Lieblingsprojekt von Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel (die aus Tylsen kommt) gilt.

Die Nachfrage bei Dr. Wolfgang Bock vom Leader-Management der Aktionsgruppe entschärft die Sache. Als Nachrücker seien aufgrund der gültigen Förderrichtlinie (RELE) nur Projekte in Orten unter 10 000 Einwohnern möglich gewesen – damit fiel Salzwedel heraus und Tylsen hinein. „Sabine Blümel hat sich in keinster Weise eingemischt“, versichert Dr. Bock. Er geht sogar noch weiter: Bei der zuständigen Behörde, die die Leader-Mittel koordiniert, sei explizit nachgefragt worden, ob es für den Salzwedeler Tierpark eine Ausnahme geben könnte. Doch die wollte man der Lokalen Aktionsgruppe nicht zugestehen – Regeln seien Regeln, erinnert sich Dr. Bock noch gut.

Er appelliert, die Chancen des Tierparks auf eine Förderung nicht auf null zu setzen. „Wir hoffen auf weitere Mittel nach der Corona-Krise“, so Dr. Wolfgang Bock. Dann komme der Salzwedeler Tierpark, der der Aktionsgruppe überdies am Herzen liege, wieder auf die Liste.

Bürgermeisterin Blümel erwähnte gegenüber der AZ, für den Tierpark notfalls eine andere Lösung zu finden. Für die Schlossruine in Tylsen gebe es jedenfalls schon viele Jahre Bemühungen, diese zu erhalten, bevor alles zusammenbreche, so Blümel.

Neben Tylsen sind auch Projekte in Fleetmark, Rochau, Käcklitz, Arneburg und Hohenberg-Krusemark berücksichtigt worden.

VON JENS HEYMANN

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