Hunderte Gäste strömen an Heiligabend auf den Salzwedeler Rathausturmplatz

Turmblasen mit richtig viel Potenzial

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Isabell und Christian Zacharias besuchten das Salzwedeler Turmblasen und sehen in der Veranstaltung viel Potenzial und brachten auch gleich einige Ideen ein.

Salzwedel. „Das Schlimmste ist eigentlich der Aufstieg“, muss Carsten Meyer schmunzeln, der sein zehn Kilogramm schweres Sousaphon auf den Salzwedeler Rathausturmplatz schleppen muss. Und auch die anderen acht Turmbläser pumpen ordentlich als sie oben ankommen.

Alles im Blick: Die Hauptzufahrtsstraßen zum Rathausturmplatz wurden durch Polizei und Ordnungsamt gesichert.

Scherzhaft wird in die Runde geworfen, dass es dieses Jahr das letzte Mal sei. Aber eben nur ein Scherz. Denn: Salzwedel ohne Turmblasen am Heiligabend? „Das ist undenkbar“, fasst Stephan Sell zusammen. Der mittlerweile 49-Jährige stand das erste Mal im Alter von 14 Jahren auf dem Rathausturm. „Mein Lehrer Theo Körner hat diese Weihnachtstradition ins Leben gerufen und wir führen sie weiter. “.

Die Turmbläser sind: Stephan Sell, Ionel Postolache, Carsten Meyer, Stefan Kretschmer, Andreas Kubis, Andre Singethan,, Gunar Lauenroth, Bernd Goniwiecha und Stefan Jürges.

Es ist erstaunlich, wie schnell sich der Platz und die Straßen um den Turm füllen. Und dann schlägt die Uhr. Punkt 18 Uhr spielen die neun Turmbläser auf. „O du fröhliche“, „O Tannenbaum“, „Süßer die Glocken nie klingen“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ gehören zum festen Repertoire, mit welchem die Salzwedeler und ihre Gäste verzaubert werden. So auch Isabell und Christian Zacharias, die aus dem Paderborner Raum kommen und in Salzwedel Verwandte besuchen. Vor allem für Isabell Zacharias hat das Salzwedeler Turmblasen richtig Potenzial. Die Eventmanagerin hat im Dezember so einige Turmsingen organisiert. „Der Klang ist einfach wunderbar. Die Töne kommen unter auf dem Platz voll an. Das hat man nicht überall.“ Und ihre Idee, im kommenden Jahr, doch einfach den Liedtext von „Stille Nacht, heilige Nacht“ an die Turmfassade zu werfen, sodass alle mitsingen können, findet bei den Turmbläsern großen Gefallen.

Für kurzfristige Irritierung sorgten die „Terrorsperren“. Vor allem das quer über die Breite Straße abgestellte Multicar. „Wer will, kann da doch einfach über die Gehwege brettern“, ließen die Gäste verlauten. Und auch für Carsten Meyer sind die Terrorsperren überflüssig: „Es ist Salzwedel, was soll da passieren?“ Das sieht die Stadt Salzwedel anders. Aus dem Rathaus heißt es dazu, „dass das Ordnungsamt der Hansestadt gemeinsam mit der Polizei für größtmögliche Sicherheit sorgen wird.“ Der besinnlichen Stimmung auf dem Rathausturmplatz konnte eine mögliche Terrorgefahr jedoch nichts anhaben.

Von Katja Lüdemann

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