Branche boomt im Altmarkkreis / Gewerkschaft warnt vor steigender Unfallgefahr

„Turbo-Bauen führt zu Stress“

Bauarbeiten sorgen für Risiken: Die IG BAU appelliert an altmärkische Unternehmen, auf den Arbeitsschutz zu achten. Foto: dpa
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Bauarbeiten sorgen für Risiken: Die IG BAU appelliert an altmärkische Unternehmen, auf den Arbeitsschutz zu achten.
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Altmarkkreis. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) spricht mit Blick auf den Altmarkkreis Salzwedel von „Turbo-Bauen“. Die Branche erlebe in der Region einen Boom. Allein 2016 seien 153 neue Wohnungen entstanden.

Das sind 183 Prozent mehr als noch drei Jahre zuvor. Dieser Trend setze sich in diesem Jahr fort.

Die Entwicklung sorge für steigende Risiken, wie die IG BAU in einer Pressemitteilung deutlich macht. „Gerade jetzt zum Winteranfang müssen viele Projekte fertig werden. Dieses Turbo-Bauen führt zu enormem Stress für die Beschäftigten“, erklärt Gewerkschafterin Elke Bobles. Der Arbeitsschutz drohe immer häufiger, dem Termindruck zum Opfer zu fallen.

Die IG BAU Altmark-Börde-Harz fordert die heimischen Unternehmen auf, die Sicherheit nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wer in einer Höhe von fünf Metern oder mehr auf einer Leiter arbeitet, der riskiert eine Menge. Besser ist da ein Gerüst – auch wenn es den Chef mehr kostet“, macht Bobles deutlich. Die Bezirksvorsitzende ist sich sicher: Die Unfallzahlen sind zu hoch. Rund 3400 Fälle wurden in Sachsen-Anhalt allein 2016 gemeldet.

Zudem fehle es auf vielen Baustellen an Fachkräften, die sich um den Arbeitsschutz kümmern. Dies betreffe vor allem Subunternehmer, die Arbeiter aus dem Ausland beschäftigen. Am Geld mangele es nicht: Die Baubranche ist deutschlandweit im Aufwind. Im ersten Halbjahr gab es ein Plus von mehr als sechs Prozent. „Wer volle Auftragsbücher hat, bei dem muss die Gesundheit seiner Beschäftigten ganz oben auf der Liste stehen“, so Bobles abschließend.

Von Christian Ziems

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