Andrang hält sich in Grenzen

Trotz Schlange keine App: Stadtverwaltung sperrt sich wegen Haftungsfrage

Freibad und Kinder.
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Badespaß im Salzwedeler Freibad: Der Ansturm ist auch bei heißen Temperaturen übersichtlich. Trotzdem gibt es coronakontrollbedinge Schlangen am Einlass. Die Stadt will die Luca-App aber vorerst nicht einsetzen.

Die Stadt will die Luca-App zur Corona-Kontrolle am Salzwedeler Freibad trotz Schlangen am Einlass nicht einsetzen. Denn dann läge die Haftungsfrage über die erfassten Daten bei der Kommune.

Salzwedel – Mit Schwung ins kühle Nass, wünschten sich am Wochenende viele Menschen der Region. Denn hochsommerliche Temperaturen und kaum ein kühlendes Lüftchen brachten die Körper der Menschen schnell zum Schwitzen. Auch die Freunde Finn Gesk und Maximilian Eisert (beide 13) aus Salzwedel nutzten den Sonntag, um sich mit ihren Eltern im Wasser des Salzwedeler Freibades zu erfrischen.

Und natürlich bietet die gelbe Rutsche auf dem Areal die großartige Möglichkeit, um einmal so richtig auf Touren zu kommen. Noch ist Schulzeit, doch in den Ferien, wenn das Wetter stimmt, sind sie mit Sicherheit wieder öfter im Freibad.

Die Anzahl der Freibadbesucher war am Wochenende allerdings noch recht überschaubar. Und das, obwohl die Wasserfläche so viel Raum bot, dass auch Schwimmer problemlos ihre Bahnen ziehen konnten. „Wir hätten bei diesen Temperaturen mit weitaus mehr Besuchern gerechnet“, zeigte sich auch die Mitarbeiterin am Einlass verwundert. Aber wahrscheinlich hielten die immer noch auszuführenden Registrierungen viele ab, mutmaßte sie. Das wird sich aber mit weiter sinkenden Inzidenzwerten sicherlich ändern, hofft sie. Am Wetter soll es jedenfalls nicht liegen, denn der 16-Tages-Trend prognostiziert für die Region Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad.

Die coronakontrollbedingten Schlangen vor dem Freibad waren erst Thema im städtischen Hauptausschuss. Der Ruf nach der Luca-App wurde laut, um das Anstehen zu vermeiden. Diese ist derzeit nicht vorgesehen“, sagte Hauptamtsleiter Matthias Holz. Und: „Das Ausfüllen der Zettel führt nicht zum Stau.“

Er erläuterte das Problem, das die Stadtverwaltung mit der Luca-App hat: Der Betreiber – also in diesem Fall die Stadt – werden in Haftung genommen, weil er die Daten der Besucher erfasse. Die Stadt müsste zudem Scanner und Rechner für die Datenerfassung im Freibad anschaffen. Eine wenig sinnvolle Kosten- und Personalrechnung, zumal die Inzidenzwerte sinken, untermauerte der Hauptamtsleiter. Und folgerte, dass das Überprüfen mittels der Luca-App zu noch mehr Stau am Eingang vor dem Freibad führen würde.

Bürgermeisterin Sabine Blümel stellte sich in dieser Frage hinter ihren Hauptamtsleiter: „Ich haue in die gleiche Kerbe“, sagte sie „Nein“ zur Luca-App. Vorerst.

Bleibt noch ein weiteres Problem im Freibad: das gerissene Brett und die deshalb vom TÜV gesperrte Sprunganlage. Noch ist nicht abzusehen, wann die Reparaturen oder einen Austausch erfolgen werde, hieß es. Die Bürgermeisterin hofft, dass dies noch in dieser Saison geschieht.

Zu der Zahl der Freibad-Besucher: Die Saison begann am 5. Juni. Bis Dienstag besuchten 7236 Gäste die Anlage am Dämmchenweg. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurden vom 13. bis zum 30. Juni 3013 Besucher gezählt. Vom 1. bis zum 30. Juni 2019 – also vor Corona – waren es 16 233 Menschen, die Erholung im Salzwedeler Freibad suchten.

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