"Bis auf wenige Ausnahmen gewalt- und störungsfrei"

Trotz Gegendemo: Antifa-Aufzug in Salzwedel bleibt meist friedlich

+
Am Samstag fand in der Salzwedeler Innenstadt ein Aufzug mit vier Kundgebungen unter dem Motto „Für eine antifaschistische Provinz! Nazistrukturen zerlegen!“ statt.

pm/mih Salzwedel. Insgesamt vier Kundgebungen unter dem Motto „Für eine antifaschistische Provinz! Nazistrukturen zerlegen!“ fanden am Samstag von 17  bis 19.45 Uhr in der Innenstadt von Salzwedel statt. Insgesamt gab es 430 Demonstrationsteilnehmer.

Sie waren zum Teil überörtlich, etwa aus den Regionen Hamburg, Hannover, Burg, Magdeburg und dem Wendland, mit Bahn und Bus angereist.

Der Aufzug, an dem nach AZ-Informationen zwei Hundertschaften der Polizei beteiligt waren, verlief entlang der genehmigten Route, vom Bahnhof in die Altperverstraße. "Und blieb bis auf wenige Ausnahmen gewalt- und störungsfrei", teilt das Salzwedeler Revier mit.

So kam es in der Neuperverstraße dazu, dass ein Nebeltopf innerhalb der Demonstrationsteilnehmer gezündet wurde. Als der Zug die Kreuzung zur Karl-Marx-Straße erreichte, störten acht Personen von außen den Aufzug, in dem sie ein Transparent entfalteten, welches sich gegen die „Antifa“ richtete. Die Personen standen nicht auf der weiterführenden Demonstrationsroute, sondern abseits auf der Ernst-Thälmann-Straße. Die Polizei konnte das Aufeinandertreffen der politischen Gegner durch robustes Auftreten verhindern. In einem Fall wurde dazu kurzeitig Pfefferspray eingesetzt. "Offenbar kam es dabei zu keinen Verletzungen von Demonstrationsteilnehmern", so ein Reviersprecher. In diesem Zusammenhang gab es auch einen Angriff auf Polizeibeamte mit Fahnenstangen und dazu eine Widerstandshandlung. Verletzte gab es dabei nicht. Es wurden entsprechende Strafanzeigen aufgenommen.

Die acht Personen deklarierten ihre Aktion als spontane Gegendemonstration. Nach einem Gespräch mit einem Vertreter der Versammlungsbehörde des Altmarkkreises Salzwedel beendeten sie ihre Aktion.

Danach verlief die Demonstration störungsfrei bis in die Altperverstraße, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Gegen 19.45 Uhr war der Aufzug beendet und löste sich auf.

Außerhalb des Aufzuges und deren Strecke nahm die Polizei eine Anzeige gegen zwei Personen auf, weil sie einen nationalsozialistischen Gruß öffentlich zeigten. Weiterhin kam es zu zeitlich begrenzten Verkehrsbehinderungen.

Zur Absicherung der Demonstration wurden Beamte der Bereitschaftspolizei Sachsen-Anhalt, dem Polizeirevier Salzwedel und aus Niedersachsen zusammengezogen.

Frühzeitig gab es im Vorfeld eine enge Zusammenarbeit zwischen der zuständigen Versammlungsbehörde des Altmarkkreises Salzwedel und der Polizei. Vertreter der Versammlungsbehörde befand sich vor Ort. Dazu informierte sich der Landrat des Altmarkkreises Salzwedel, Michael Ziche, persönlich im Polizeirevier über die aktuelle Lage. Er blieb über den gesamten Zeitraum der Demonstration anwesend.

Bei der Einsatzauswertung schätzte der Einsatzleiter, Polizeioberrat Sebastian Heutig, ein: „Das gemeinsam mit dem Altmarkkreis Salzwedel entwickelte Einsatzkonzept mit der obersten Zielstellung der Gewalt- und Schadensvermeidung ist aufgegangen. Der konsequente Einsatz der Polizeibeamten hat ein direktes Aufeinandertreffen politischer Gegner verhindert und damit Schaden für Personen aber auch Sachen abgewendet“.

Demo in Salzwedel: „Für eine antifaschistische Provinz! Nazistrukturen zerlegen!“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare