Kuhfelde: Die Monteure kommen

Trotz Corona leichte Entspannung in den Hotels

Melissa Witke, angehende Restaurantfachfrau, wartet im „Kuhfelder Hof“ auf Hotelgäste.
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Melissa Witke, angehende Restaurantfachfrau, wartet im „Kuhfelder Hof“ auf Hotelgäste. Mit dem Frühling kommen auch die Monteure wieder.
  • Holger Benecke
    vonHolger Benecke
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Mit dem Frühling kommen die Monteure zurück. Das sorgt in der Pandemie für eine leichte Entspannung in den Hotels. Doch die Lage ist weiterhin dramatisch und ein Ende noch nicht absehbar. So kommen im „Kuhfelder Hof“ zwar nach und nach Buchungen von Monteuren rein, doch an eine Rückkehr zu Vor-Corona-Zeiten ist noch lange nicht zu denken. „Nicht einmal ansatzweise“, sagt Inhaberin Jennever Seitz.

Salzwedel - Von den ehemals acht Mitarbeitern sind nur noch die Chefin, ein Kochlehrling und eine angehende Restaurantfachfrau sowie eine Putzfrau geblieben. Als Erstes musste Jennever Seitz ihre Kinder entlassen. Die haben sich inzwischen umgetan und woanders Jobs an Land gezogen. Sohn Andy arbeitet als Koch in Niedersachsen. Er will aber sein ehrenamtliches Engagement als Juror bei den Altmark-Meisterschaften der Gastronomen nicht aufgeben und weiterhin zur Verfügung stehen. Denn sein Herz hängt an der Altmark.

Bei seiner Schwester Anna-Lena sieht das ganz anders aus. Sie war ebenfalls in der Jury der Altmark-Meisterschaften, muss den Prüfungsausschuss verlassen. Das will ihr neuer Arbeitgeber so. Denn der hat die hervorragende Qualifikation der altmärkischen Gastronomin erkannt und sie nicht nur als Restaurantleiterin in Cottbus, sondern auch für den dortigen Prüfungsausschuss verpflichtet. Allerdings will sie, so gut wie sie kann, Melissa Witke durch die Prüfung bringen. Die angehende Restaurantfachfrau im „Kuhfelder Hof“ hat sich ein Jahr in ihrer Lehre zurücksetzen lassen – auch eine Auswirkung von Corona.

„Zwar kommen die Monteure, aber die Fachkräfte gehen“, bedauert Jennever Seitz. Denn sie muss nach Corona neue Angestellte finden, Fremde einstellen, statt mit der Familie zu arbeiten. Die große Angst ist jedoch ein möglicher Total-Lockdown. „Dann sind wir auch noch die Hotelgäste los“, will Jennever Seitz gar nicht weiter denken. Für verzweifelte Versuche wie eine mögliche Außengastronomie (siehe nebenstehenden Artikel) hat die versierte Gastronomin nichts übrig: „Das bringt gar nichts – die Regierung spinnt.“ Und begründet: „Ich müsste pro Gast fünf Euro für einen Schnelltest investieren, weil der nur ein Bier trinken will. Dann habe ich zwei Euro Verlust gemacht.“ Jennever Seitz hofft, dass sich die Situation ab Juli wieder entspannen könnte. Auch Anmeldungen für Feierlichkeiten nimmt sie weiter entgegen: „Ob dann auch gefeiert werden kann – das liegt an der Regierung.“

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