Ernteausfall beim Raps befürchtet

Trockenheit bereitet altmärkischen Landwirten Sorgen

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Trockene Böden Ende April: Die Lage droht dramatische Ausmaße anzunehmen, nachdem die durchschnittliche Durchfeuchtung des Ackerbodens unter dem Durchschnitt liegt.

Altmark – Erst im Herbst haben die altmärkischen Landwirte ihre Kartoffel-Knollen nebst Rüben aus dem Staub ernten müssen. Nun mussten sie in den vergangenen Tagen die Kartoffeln abermals in den Staub legen.

Die Lage droht wieder dramatische Ausmaße anzunehmen, nachdem die durchschnittliche Durchfeuchtung des Ackerbodens weit unter dem April-Durchschnitt liegt.

Nach der Jahrhundert-Dürre 2018 und dem niederschlagsarmen Winter droht den Bauern mit der gegenwärtigen Frühjahreshitze gleich die nächste Trockenperiode in Folge. „Die Gräben entlang der Äcker und Wiesen sind leer. Die Natur hatte in den vergangenen Monaten kaum Gelegenheit, die Wasserreserven aufzufüllen“, macht Annegret Jacobs, Geschäftsführerin des Bauernverbandes im Altmarkreis Salzwedel, auf die dramatisch werdende Situation aufmerksam.

Im Vorjahr habe es in der Region rund 200 Millimeter zu wenig Niederschläge gegeben. „Die Pflanzen, darunter auch die Wintersaat und das Grünfutter auf den Wiesen warten dringend auf Wasser und dabei war 2018 schon für viele Landwirte ein sehr schwieriges Jahr“, kommentiert Jacobs die aktuellen Probleme. Grünfutter wird zur Mangelware und auch das Heu als Ersatzfutter wird immer knapper und teurer.

In vielen Regionen beginnen die Landwirte bereits jetzt schon mit der künstlichen Bewässerung ihrer Kulturen über Tiefbrunnen. „Wir können alle nur hoffen, dass es im Mai kühl und nass wird“, so Annegret Jacobs weiter. Im April regnete es in vielen Regionen gerade einmal sechs Liter pro Quadratmeter, was weit unter dem Durchschnitt ist.

2018 war in Sachsen-Anhalt sogar das trockenste Jahr seit 1881 und auch die Niederschläge im Winter glichen zumindest in der Altmark die vorhandenen Defizite im Grundwasserspiegel nicht aus. Daraus folgt, dass bereits jetzt bei einigen Feld-Kulturen, wie zum Beispiel beim Raps, etwa ein Drittel Ernteausfall vorprogrammiert sei. Der Rekordsommer 2018 hat vielerorts auch zu einem Anstieg der Mäuse-Population geführt. „Allerdings ist hier die westliche Altmark wegen ihrer sandigen Böden nicht so sehr betroffen“, so Annegret Jacobs.

VON KAI ZUBER 

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