Tristesse-Grau ist längst vergessen

Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Danicke (l.) bedankte sich mit Wein und Blumen beim früheren Wobau-Geschäftsführer Fritz Reising (r.) und der jetzigen Chefin Gudrun Bubke für ihre Arbeit. Aufsichtsvorsitzender Dieter Thomaschke gratulierte ebenfalls.

Salzwedel - Von Henning Lehmann. Auf eine erfolgreiche Entwicklung konnte gestern die Salzwedeler Wohnungsbaugesellschaft während der Festveranstaltung zum 20-jährigen Firmenjubiläum im Kulturhaus zurückschauen.

Im Beisein vom Umwelt- und Landwirtschaftsstaatssekretär Jürgen Stadelmann, Landrat Michael Ziche und dem Verbandsdirektor der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt, Jost Riecke, ließ die Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft Salzwedel, Gudrun Bubke, die Firmengeschichte Revue passieren. Sie erinnerte vor 100 eingeladenen Gästen an die schweren Anfangsjahre, von denen die Wohnungswirtschaft nach dem Fall der Mauer stand. Unter komplizierten Bedingungen wurde am 28. Januar 1991 die ehemalige VEB Gebäudewirtschaft in zwei GmbH – die Wohnungsbaugesellschaft Stadt Salzwedel und die Stadtwerke Salzwedel GmbH umgewandelt. Als Gründungstag legten der damalige Wobau-Geschäftsführer Hans-Joachim Lange und der Nachwende-Bürgermeister Norbert Hundt den 1. Juli 1990 fest. Gleichzeitig, so die Geschäftsführerin, übertrug die Stadt als alleinige Gesellschafterin 79 Gebäude und 2 503 Wohnungen in das Vermögen der Firma. Dabei handelte es sich um Wohnraum in den Komplexen Am Stern, Uelzener-, Ernst-Thälmann- und Arendseer Straße sowie Friedensring und Am Kronsberg. Darüber hinaus verwaltete das Unternehmen im Auftrag der Kommune weitere 511 Grundstücke mit 1511 Wohnungen.

Große Probleme musste der erste Wobau-Geschäftsführer Hans-Joachim Lange mit seiner Belegschaft nicht nur lösen, sondern auch abbauen. Denn in der VEB Gebäudewirtschaft arbeiteten bis zur Wende 89 Beschäftigte. Heute stehen bei der Wobau 22 Mitarbeiter in Lohn und Brot.

Nicht nur, dass die tristen Gebäude einen erheblichen Sanierungsbedarf hatten. Auch die ungeklärten Eigentumsverhältnisse und die Altschuldenfrage mussten gemeistert werden. „Erst mit der Verabschiedung des Altschuldenhilfegesetzes wurde das größte Investitionshemmnis beseitigt“, erinnerte die Geschäftsführerin

Gudrun Bubke informierte, dass seit 1990 etwa 70 Millionen Euro in die umfangreiche Sanierung der gegenwärtig 2 600 Wohnungen geflossen sind. Jährlich investiert die hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt, so die Geschäftführerin weiter, drei Millionen Euro in die Werterhaltung und Modernisierung der Gebäude und Häuser, um den etwa 4 000 Mietern ein sicheres, kostengünstiges zu Hause zu geben.

Die grauen Fassaden gehören längst der Vergangenheit. Mittlerweile prägen die farbenfrohen Häuser mit etwa 700 neuen Balkonen und den 750 Pkw-Stellflächen der Wohnungsbaugesellschaft das Salzwedeler Stadtbild entscheidend mit.

Die Festveranstaltung im Kulturhaus war für Bürgermeisterin Sabine Danicke auch Anlass, sich bei den beiden Geschäftsführern Fritz Reising, der nach dem Tod von Hans-Joachim Lange 1997 das Unternehmen führte, und der jetzigen Geschäftsführerin Gudrun Bubke, für die hervorragende Arbeit zu bedanken.

Übrigens: Die Wohnungsbausgesellschaft verzichtete gestern auf Geschenke zum Firmen jubiläum. Es wurden stattdessen Geldspenden gesammelt, die später in die Gestaltung des Rathausturmplatzes fließen sollen.

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