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Tourist-Info Salzwedel geht neue Wege

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Von: Ulrike Meineke

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Das Team der Tourist-Info (v.r.: Chefin Constanze Neuling, Marita Taubhorn, Gabriele Mohaupt) hat die touristenarme Corona-Zeit genutzt, um neue Konzepte zu entwickeln, die auf Individual-Touristen abzielen. © Meineke, Ulrike

Reisebusse, die Touristen in die alte Hansestadt Salzwedel bringen, sind immer noch Mangelware. Wie überall, läuft das Tourismusgeschäft in der Kreisstadt erst schleppend an. Aber: Während es bei Pauschalbuchungen noch stockt, kommen verstärkt Individual-Touristen. Und darauf hat sich das Team um Tourist-Info-Chefin Constanze Neuling eingestellt.

Salzwedel. „In der Regel wollen Einzel-Touristen, die meist ein, zwei Tage bleiben, spezielle Tipps für den Tag“, weiß Neuling. Darauf hat das Team mit einem besonderen Service reagiert: „Es gibt täglich einen Tages-Tipp“, zeigt die Info-Chefin ein A4-Blatt, auf dem übersichtlich aufgelistet ist, welche Sehenswürdigkeit an dem Tag wann geöffnet hat, wo sie zu finden ist und was sie bietet. Dazu wurde eine neue Stadtkarte entwickelt, auf der diese Sehenswürdigkeiten markiert und erläutert sind. „Das alles in besonders großer Schrift“, betont Neuling, denn die Zielgruppe seien überwiegend Ältere.

Wie digital sind die Gäste unterwegs?

Dass die typischen Salzwedel-Touristen aufgrund der coronabedingten Einschränkungen digitaler unterwegs sind, wenn sie einen Kurztrip planen, kann das Team nicht umfänglich bestätigen. Die Menschen mögen den persönlichen Kontakt, informieren sich digital vorab, schreiben aber auch Karten und Briefe, die dann in der Tourist-Info bearbeitet werden.

Reisegruppen bestünden meist aus älteren Menschen, die aufgrund der Corona-Lage immer noch nur zögerlich Bus-Ausflüge buchten. „Die Veranstalter bekommen ihre Gruppen nicht voll, sodass Reisen ausfallen“, weiß die Tourismus-Expertin. Weil es weniger organisierte Touren gibt, habe man die Lockdown-Zeit genutzt, um Konzepte für Individual-Touristen zu entwickeln.

Unter dem Motto „Zu Gast in Salzwedel“ wird im A4-Format übersichtlich und detailliert über thematische Stadtführungen informiert – mit Daten und Uhrzeiten. „Stadtführungen laufen langsam wieder an“, erklärt Neuling. Aber im Gegensatz zu Vor-Corona-Zeiten, als mehr als 4000 Teilnehmer pro Jahr gezählt wurden, handele es sich jetzt primär um privat organisierte Gruppen.

Eine Führung findet statt, wenn sich mindestens elf Personen angemeldet haben. „Wenn es aber eine kleinere Gruppe ist, zahlt diese mitunter den vollen Preis und die Stadtführung findet trotzdem statt“, sagt die Info-Chefin.

Neuling verweist auf zwei Faltheftchen mit den Titeln „Grenz-Land-Geschichte“ und „Land-Alleen-Geschichte“. Dabei geht es um Rad-Rundtouren in westliche und östliche Richtung.

Die Idee dahinter war, Bahn und Fahrrad kombinieren zu können. „Unsere Zielgruppe kommt aus Hamburg und Berlin, da kann man mit dem Zug nach Salzwedel fahren und dann auf das Rad umsteigen“, erklärt Neuling und nennt dies „ein nachhaltiges Angebot“, das ebenfalls in der Corona-Hauptzeit in Kooperation mit Nachbar-Tourismusregionen entwickelt worden war.

Welche Souvenirs sind der Renner?

Man mag es nicht glauben, aber Postkarten gehen extrem gut. Am meisten werden die mit vielen kleinen Bildern darauf verkauft. Auch der Salz-Wedel, ein Keramik-Salzstreuer, sei als Mitbringsel sehr beliebt.

Gut laufe auch der Verkauf von Labsal-Tee-Tütchen. Der Tee wurde gemeinsam mit dem Hollerbuschhof in Groß Schwarzlosen entwickelt und darauf abgestimmt, dass er gut zu Baumkuchen schmeckt (nicht zu süß und nicht zu herb). Er enthält ausschließlich Kräuter aus der Region.

Übrigens: Das 9-Euro-Ticket macht sich bemerkbar und bringt mehr Tagestouristen nach Salzwedel, die als Highlight gern auch auf den Rathausturm steigen.

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