Warten auf neue Halle: Seit 2011 geplant / Abriss ab Januar / Ersatzbau 2020

THW-Ortsverband Salzwedel feiert: Die schnelle Truppe wird 25

+
Nach erfolgreicher Fahrt mit dem überholten Luftkissenboot (v.r.): Constantin Chmelka, THW-Chef Nico Lesch, Bernd Schulze und Martin Jung.

Salzwedel – Donnernd braust ein Luftkissenboot über eine Wiese an der B 71 neben dem Salzwedeler Ortsausgang in Richtung Magdeburg. THW-Chef Nico Lesch und seine Mannen haben das Fahrzeug am Sonnabend generalüberholt.

„Wieder einsatzbereit“, lässt Lesch nach einer rasanten Probefahrt, in der er das Hovercraft bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit getrimmt hat, die Luft aus dem Kissen. Denn im Einsatz darf es keine Pannen geben, wenn es um Leib und Leben geht.

THW-Ortsbeauftragter Nico Lesch vor den Hallen, die auf dem Fuchsberg abgerissen werden sollen.

Ein weiterer Lichtblick stimmt die Kameraden vom Ortsverband zwar optimistisch. Trotzdem sind sie skeptisch. Der Bund hat die Ausschreibung für den Abriss der Fahrzeughallen im THW-Stützpunkt auf dem Fuchsberg veröffentlicht. Diese wurden in den Jahren 1953 und 1954 für die Kasernierte Volkspolizei der DDR gebaut und bis zur Wende von den Grenztruppen genutzt, weiß THW-Chef Lesch. Im Jahr 2013 wurden die alten Gemäuer baupolizeilich gesperrt. Der Ortsverband musste sechs Fahrzeuge, Anhänger, Boote, Pumpen und zahlreiches Material umsetzen. Seitdem sind diese bei einer Firma auf dem ehemaligen Chemiewerk-Gelände untergebracht. Nicht gerade ideal für den Ortsverband.

Bereits seit 2011 sei geplant worden, die alten Hallen zu ersetzen, erinnert sich der Ortsbeauftragte. Doch immer wieder verschob sich der Termin. Deshalb ist Lesch froh, dass nun wenigstens erst einmal der Abriss über die Bühne gehen soll. Vorgesehen ist laut Ausschreibung, damit am 20. Januar nächsten Jahres zu beginnen. Bis zum 28. Februar sollen die Arbeiten dauern. Auch belastete und als gefährlich eingestufte Baumaterialien müssen entsorgt werden – darunter 20 Tonnen Asbest, fünf Tonnen Mineralwolle, neun Tonnen mit Holzschutzmittel behandeltes Holz sowie zwölf Tonnen mit Mineralöl versetzter Beton.

Wann der Hallenneubau auf dem Fuchsberg beginnt? Lesch hebt die Schultern: „Eigentlich sollte der in diesem Monat fertig sein.“ Geplant ist eine Stahlblechhalle mit acht Toren, in der die gesamte Großtechnik des Ortsverbandes untergebracht werden kann. Der Ortsbeauftragte und seine Helfer hoffen, dass die Aktion im nächsten Jahr über die Bühne geht.

Noch in diesem Jahr gibt es auf dem Fuchsberg was zum Feiern. Denn der Salzwedeler Ortsverband existiert seit 25 Jahren. Bereits ein Jahr zuvor hatten die ersten Helfer in der Kommandantenvilla des ehemaligen Fliegerhorstes einen Stützpunkt errichtet. Mit einem Einsatzfahrzeug, einem L 60, haben sie begonnen und sich in nur einem Jahr zu einem stabilen Ortsverband entwickelt.

Und schon im gleichen Jahr machten sich die Salzwedeler an der Oder beim Hochwasser 1994 einen klangvollen Namen als Helfer in der Not. Zehn Jahre später, am 28. Januar 2004, endete um 11.53 Uhr die „Operation Heimfahrt“, die spektakulärste Aktion in der Geschichte des THW-Ortsverbandes Salzwedel. Das bei Schnackenburg gestrandete Binnenschiff BM 5247 schwamm wieder in der Elbe.

VON HOLGER BENECKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare