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THW: Ein Verein wie jeder andere?

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Von: Holger Benecke

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So sieht ein „Vereins“-Ausflug der Salzwedeler THW-Helfer aus – hier ins sonst malerische Ahrtal. © Privat

 Bürgermeisterin Sabine Blümel stempelte am Mittwoch im Hauptausschuss das Technische Hilfswerk zum (THW) zum „Verein“ ab. Hintergrund war ein Antrag der AfD. Die Fraktion wollte, dass die Angehörigen der Bundesanstalt, die auf dem Salzwedeler Fuchsberg einen Stützpunkt haben, ebenso wie die Kameraden der Salzwedeler Feuerwehr in den Bädern und der Schwimmhalle der Stadt freien Eintritt bekommen.

Salzwedel - Bevor der Hauptausschuss diskutieren konnte, verkündete die Bürgermeisterin: „Ich kann dem nicht zustimmen. „Das THW ist ein Verein“, sagte sie. Und begründete ihre Meinung damit, dass es „für andere Vereine und Ehrenamtliche“ diese Vergünstigungen nicht gebe. Das THW könne die 15-Euro-Pauschale pro Kopf für Kinder- und Jugendarbeit beantragen, so Blümel. Zudem bekäme das THW auch Spenden aus den Geldern, die der Neujahrsempfang einspiele, sagte Blümel. Und weiter: „Aber – mein Dank an das THW.“ Ihre Ablehnung begründete sie auch damit, dass das THW „keine gemeindlichen Aufgaben erfüllt wie unsere Feuerwehr“.

Kameraden entsetzt

Der neue AfD-Fraktionsvorsitzende, Roland Karsch, zog daraufhin – offenbar überrumpelt – den Antrag zurück. Beim THW selbst stießen die Erklärungen der Bürgermeisterin mehr als sauer auf. „Wir sind kein Verein, sondern eine Bundesanstalt“, machte THW-Ortsbeauftragter Nico Lesch verärgert deutlich. Und stellt sich vor seine 50-köpfige Helferschaft, davon die Hälfte Nachwuchs, die Bundesaufträge erfüllen und dem Bundes-Innenministerium unterstehen. „Sicherlich haben wir auch einen Verein, den Helfer-Verein, wie die Feuerwehren einen Förderverein haben. Aber wir sind eine Bundesanstalt“, hebt Lesch hevor.

So kann sich ein THW-Helfer nicht aussuchen, ob er am Vereinsleben teilnehmen will oder nicht. Laut Artikel 35 des Grundgesetzes sowie der gesetzlichen Regelungen zum Zivilschutz- und Katastrophenschutz ist das THW verpflichtet zu helfen. Ähnlich wie Feuerwehrleute, die sich nicht aussuchen können, ob sie nun zum Löschen ausrücken oder nicht.

Immer abrufbereit

Aber auch in der örtlichen Gefahrenabwehr der Gemeinden kann das THW auf Anforderung von den kommunalen Feuerwehren, den Rettungsdiensten bei Massenanfällen von Verletzten, der Polizei und des Zolls angefordert werden. Gleiches gilt bei schweren Unfällen / Verkehrsunfällen für die Technische Hilfe.

Nun hat es in Salzwedel weder Erdrutsche noch Hochwasser gegeben. Aber in solch einem Fall würden THW-Einheiten aus dem gesamten Bundesgebiet anrücken, um kommunal zu helfen. So wie immer noch im Ahrtal, wo Salzwedeler THW-Angehörige der dortigen Bevölkerung helfen, erst mal eine halbwegs gängige Infrastruktur aufzubauen. Und auch in der Pandemie haben die Salzwedeler zum Beispiel Spritzen und Zubehör für die Impfzentren und Masken an die Schulen herangekarrt. Derzeit unterstützen sie die Archäologen auf dem Arendsee und heute die Feuerwehr Wiepke bei einem nächtlichen Löschangriff und leuchten das Übungsgelände aus, was auch bei einem richtigen Einsatz passieren könnte.

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