Zufahrtspiste und Internetempfang sind beim THW auf dem Fuchsberg wie in der Pampa

THW-Chef krempelt Stützpunkt um

Die Halle rechts und das Schleppdach davor sowie die Halle links mit den blauen Toren sollen abgerissen werden. Dafür bekommt das THW eine neue Fahrzeughalle. Auch der kleine Bau der Schirrmeisterei (Mitte) soll verschwinden, damit die Ausfahrt großzügiger gestaltet werden kann. Allerdings ist der Weg, den die Einsatzkräfte bis zur B 71 bewältigen müssen für eine Rettungsorganisation unzumutbar.

Salzwedel. Nico Lesch hat viel vor. Von seinen Kameraden wurde er als THW-Ortsbeauftragte wiedergewählt (wir berichteten). Lesch geht damit in seine zweite, fünfjährige Amtszeit als Chef der Bundesbehörde in Salzwedel.

Salzwedels THW-Ortsbeauftragter Nico Lesch hat in seiner zweiten Amtszeit viel vor.

Der gestandene THW-Mann, der im Laufe der Jahre im Ortsverband zahlreiche Tätigkeiten vor allem in der Unterwasserortung und als Schirrmeister ausgeübt hat, hat den ehrenamtlichen Helfer-Job von der Pike auf gelernt und kennt seinen Verband aus dem Effeff. Auch Leschs Einsatzerfahrung stützt sich auf eine lange Liste. Immer wieder Hochwasser – zuletzt 2013 in Magdeburg, Barby und Stendal an der Elbe – wie auch äußerst schwierige Aktionen, die hohes Fachkönnen verlangen. Zum Beispiel als im Jahr 2004 bei Schnackenburg ein 180 Tonnen schwerer und 57 Meter langer polnischer Frachter, der durch ein Hochwasser zehn Monate lang auf dem Trockenen lag, vom THW wieder in die Elbe geschoben wurde. Lesch war dabei (wir berichteten).

Neue Fahrzeughalle für nächstes Jahr geplant

Nun, in seiner zweiten Amtsperiode muss er sich ereignisunabhängig noch ganz anderen Aufgaben stellen. Lesch wird zum Baumeister. Im Ortsverband auf dem Fuchsberg sollen die alten Grenztruppenhallen abgerissen werden. Dort hatten die Helfer ihre Fahrzeuge untergestellt, seit einer Weile stehen die schon woanders, denn die Hallen sind baufällig. Der Abriss ist für das erste Quartal des kommenden Jahres geplant. Der Ortsverband bekommt statt der beiden alten Hallen und einem Schleppdach, unter dem ebenfalls Technik abgestellt war, eine nagelneue Fahrzeughalle mit acht Toren. Bis zum Ende nächsten Jahres soll das Bauvorhaben über die Bühne gegangen sein. Gleichzeitig soll die Ausfahrt aus dem THW-Gelände großzügiger gestaltet werden.

Und da kommt Lesch auf einen wunden Punkt: die Zufahrt zum THW. Diese findet kein Fremder, weil an B 71 keine Schilder aufgestellt werden dürfen, beklagt der THW-Chef. Die Helfer selbst rücken immer von hinten an, fahren über Privatgelände quer durch den Wald zu ihrem Stützpunkt. Zum Einsatz geht es dann mit der Technik über den Schwarzen Weg raus zur B 71 – eine Piste, die alles andere als eine Zufahrt zu einer Rettungseinrichtung ist.

Es ist genau jener Weg, den auch Kraiburg-Chef Georg Stockhammer als Zufahrt für sein erweitertes Unternehmen ins Auge gefasst hat (wir berichteten). Für die THW-Helfer, die davon ebenfalls profitieren würden, eine ideale Kombination. Und noch eines haben Kraiburg-Geschäftsführer und THW-Chef gemeinsam: In beiden Objekten hapert es mit dem Internet. Lesch will deshalb eine LTE-Variante installieren lassen. Denn gerade die Verständigung via Handy unter den Helfern ist für jene, denen sie helfen sollen, eine lebenswichtige Kommunikationseinrichtung. Auf dem Fuchsberg herrscht in dieser Frage absolute Ebbe. Da quält sich selbst eine SMS beim Versenden.

Daneben muss der Ortsbeauftragte auch seine beiden Bergungsgruppen und die Fachgruppe Ortung mit Spezialisierung auf Unterwasserortung fit halten. In diesem Zusammenhang läuft auch ein vor elf Jahren von Nico Lesch mit angeschobenes Projekt kontinuierlich weiter. Die Salzwedeler arbeiten in Sachen Unterwasserortung eng mit polnischen Feuerwehrleuten zusammen. Jährliche Treffen in Borne Sulinowo (früher Groß Born), wo es die einzige Tauchschule der staatlichen polnischen Feuerwehr gibt, und in Deutschland dienen dem Erfahrungsaustausch und dem Einsatz der Technik.

Die Salzwedeler verfügen über einen Tauchroboter (Mini-U-Boot), eine Tauchsonde und weitere Unterwasserortungsgeräte sowie das dazugehörige Bootsequipment. Außerdem sind sie einer von drei THW-Ortsverbänden im Bundesgebiet, die ein Luftkissenboot vorhalten.

Image-Film soll für Helfernachwuchs sorgen

26 Helfer und 18 Jugendliche zählt der Salzwedeler Ortsverband, der von 40 Mitgliedern des eigenen Fördervereins unterstützt wird. Trotzdem sucht Lesch weiterhin Freiwillige, die beim THW in Salzwedel mittun wollen. Ein halbes Jahr dauert die Ausbildung, bis die Frischlinge dann in einen Einsatz dürfen.

Hanns-Michael Kochanowski steht seinem Ortbeauftragten als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Helferwerbung – kurz BÖH – dabei zur Seite. Unter seiner Federführung soll zusammen mit dem Offenen Kanal Salzwedel ein Image-Film gedreht werden. Ansonsten sind die THWler jeden zweiten Sonnabend im Monat – immer am zweiten und am vierten – von 8 bis 16 Uhr in ihrem Stützpunkt auf dem Fuchsberg zu finden. Wer mitmachen will, kann sich auch direkt an THW-Chef Nico Lesch wenden: Tel. (01 70) 20 92 565.

Von Holger Benecke

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