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Theaterstück „Amerikalinie“ wird in Salzwedel gezeigt

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Von: Christian Reuter

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Mensch und Bahnhof
Der Schauspieler Andreas Schulz improvisierte am Dienstag, 23. August, am Salzwedeler Bahnhof eine Szene aus dem Theaterstück „Amerikalinie“. Schulz spielt dabei einen Metzger, der nach Amerika auswandert. Das Stück wird am 20. und 21. September in Salzwedel aufgeführt. © Christian Reuter

Auf der Eisenbahnlinie zwischen Berlin und den Nordseehäfen rollten jahrzehntelang Personenzüge aus den östlichen Provinzen und den Nachbarländern zum Columbusbahnhof von Bremerhaven, von wo aus Hunderttausende von Auswanderern in die neue Welt aufbrachen. Deshalb wurde diese Strecke im Volksmund auch Amerikalinie genannt. Über die Schicksale von Auswanderern erzählt das gleichnamige Theaterstück, das am 20. und 21. September auch in Salzwedel aufgeführt wird.

Salzwedel. „Wir zeigen sieben verschiedene Geschichten in sieben Güterwaggons“, informierte Juliane Lenssen, die Pressesprecherin des Theaters „Das letzte Kleinod“ mit Sitz in Schiffdorf-Geestenseth bei Cuxhaven. Die Güterwaggons werden laut Lenssen am 20. und 21. September am Salzwedeler Bahnhof auf einem Abstellgleis stehen und dann zur eindrucksvollen Kulisse für das Theaterstück „Amerikalinie“ werden.

„Die Gäste gehen in kleinen Gruppen von Waggon zu Waggon und sind dabei mittendrin im Geschehen“, erklärte Lenssen. In jedem der Waggons würden sie berührende Geschichten erfahren und die Motivationen derjenigen, die zu unterschiedlichen Zeiten ausgewandert sind. Das etwa 80 Minuten lange Stück spielt in der Zeit von den späten 1920er-Jahren bis zu den späten 1950er-Jahren.

„Alles ist tatsächlich so passiert und basiert auf Berichten von Zeitzeugen“, betonte die Pressesprecherin bei der Vorstellung des Theaterstücks am Salzwedeler Bahnhof. Der Autor und Regisseur Jens-Erwin Siemssen habe für die Entwicklung des Stücks mit Angehörigen von Auswanderern gesprochen.

Salzwedel ist übrigens nur einer von insgesamt elf Orten, an denen das Theaterstück gezeigt wird. Alle Orte liegen an der ehemaligen Amerikalinie. Premiere war am 15. August in Stützerbach in Thüringen. „Die Vorstellungen waren dreimal ausverkauft, die Leute waren sehr berührt von den Geschichten“, erinnert sich Lenssen gerne zurück.

Wer eine der beiden Aufführungen in Salzwedel sehen will, kann die Karten im Internet unter www.das-letzte-kleinod.de buchen. Maximal 136 Zuschauer können in den sieben Waggons untergebracht werden.

Apropos unterbringen. Die acht Schauspieler und das gesamte Theater-Team reisen mit einem 130 Meter langen ozeanblauen Zug an, der aus zehn Eisenbahnwaggons besteht.

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