Marketingamtsleiter: „Es gibt derzeit Keine Verwaltungsentscheidung, wie weiter verfahren wird“

Teurer Marktplatz ohne Markt

Mit einem Marktcafé unterm Sonnensegel war versucht worden, den Wochenmarkt attraktiver zu machen. Es funktionierte nicht. Nun hat Salzwedel einen für 650 000 Euro hergerichteten Marktplatz, aber keinen Wochenmarkt mehr.
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Mit einem Marktcafé unterm Sonnensegel war versucht worden, den Wochenmarkt attraktiver zu machen. Es funktionierte nicht. Nun hat Salzwedel einen für 650 000 Euro hergerichteten Marktplatz, aber keinen Wochenmarkt mehr.

Salzwedel. Wars das nun mit dem Salzwedeler Wochenmarkt? Nach der Absage der Potsdamer Agentur, auf dem Marktplatz einen Wochenmarkt zu betreiben, „gibt es derzeit keine Verwaltungsentscheidung, wie hier weiter verfahren wird“, war gestern auf Nachfrage aus dem Marketing-amt im Rathaus zu erfahren.

Die Absage der Agentur habe die Stadt „ziemlich überrascht“, da sich die Potsdamer in Vorgesprächen stets optimistisch gegeben hatten. Ihr sei es aber „nicht gelungen, eine ausreichende Anzahl von Händlern für den Wochenmarkt zu begeistern“. Sollte es Interessenten geben, zeigt sich die Hansestadt „unverändert gesprächsbereit“, so Marketingamtsleiter Olaf Meining gestern.

Ob die Stadt selbst einen Wochenmarkt betreiben will, sei keine Verwaltungs-, sondern eine politische Entscheidung. Denn dies wäre eine sogenannte „freiwillige Aufgabe“, über die der Stadtrat zu befinden habe. Meining verweist hierbei darauf, dass freiwillige Aufgaben unter anderem von „vorhandenen personellen und finanziellen Kapazitäten abhängig“ seien.

Ist der Wochenmarkt ganz gestorben, erfüllt auch der Marktplatz seinen eigentlichen Zweck nicht mehr. Der Platz am Bürgercenter wurde im Mai 2008, also vor sechs Jahren, eingeweiht, nachdem er für 650 000 Euro hergerichtet worden war. Die Händler merkten schnell, dass das Geschäft auf dem neuen Platz nicht läuft, sie beklagten fehlende Laufkundschaft. Einen Umzug des Wochenmarktes an die Breite Straße lehnte der Stadtrat im Dezember 2011 ab. Versuche, den Markt mit Themenangeboten, Sonnensegel und Café attraktiver zu machen, schliefen schnell wieder ein.

Die Händler zogen über die Zeit ihre Konsequenzen und blieben ganz fern – bis auf zwei wie am vergangenen Dienstag.

Von Ulrike Meineke

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