Nabu sieht in Waschbär und Marderhund große Gefahr für Schwarzstorch und Co

Teichfolie gegen Nesträuber

Der Marderhund ist mehr Sammler als aktiver Jäger. Nester von Bodenbrütern stehen ebenfalls auf seinem Speiseplan.

Salzwedel / Altmark. Schon etwa zwei Quadratmeter Teichfolie reichen, um zum Beispiel ein Nest vom Schwarzstorch effektiv vor Räubern zu schützen, die Eier rauben oder Jungtiere töten.

Der Nabu-Kreisverband in der westlichen Altmark sieht in Waschbären und Marderhunden die größte Gefahr für Kraniche, Greife und Schwarzstörche.

„Der Hauptfeind ist dabei der Waschbär“, betont Nabu-Experte Günter Brennenstuhl aus Salzwedel auf Anfrage der AZ. Schwarzstorch-Bestand an einer Hand abzählbar.

Teichfolie kann gegen Nesträuber schützen.

Naturschutz-Aktivisten des Verbandes haben mit Teichfolie zum Schutz der Brut ihre besten Erfahrungen gemacht. „Man umwickelt damit den Stamm des Brutbaumes und die kletternden Räuber rutschen auf dem glatten Untergrund ab und schaffen es nicht in das Geäst“, erklärt Brennenstuhl. Übrigens können auch Privatpersonen in Absprache mit dem Nabu Nester geschützter Tiere in ihrer näheren Umgebung auf diese Weise ohne große Kosten absichern. Laut Brennenstuhl kann man den Schwarzstorch-Bestand im Kreis an einer Hand abzählen. Da muss jede Brut mit großem Aufwand geschützt werden.

Renate Holzäpfel referierte bereits während der Jahreshauptversammlung über den hiesigen Kranich-Bestand. Demnach gebe es rund 100 Brutpaare im Altmarkkreis. Im Landkreis Stendal sind es etwa noch mal so viele. Fazit: Auch die Reproduktion der Kraniche nimmt ab. Wildschwein, Fuchs und vor allem Waschbär verursachen Schäden bei der Aufzucht und an den Kranich-Gelegen. Sorgen machen sich die Naturschützer auch um den um 95 Prozent zurückgegangenen Rebhuhn-Besatz, den Rotmilan, den Kiebitz, die Stockenten und die ökologische Durchlässigkeit von Fließgewässern.

Probleme an vielen Fronten

Beispiele für andere invasive Arten sind der Amerikanische Krebs und die Nilgans. Für das Insektensterben machen die Naturschützer neben dem Glyphosat-Einsatz auch die aus ihrer Sicht falschen Anreize für Biogasanlagen mit einhergehenden Acker-Monokulturen ohne ausreichenden Fruchtwechsel verantwortlich. „Bodenbrüter wie der Kiebitz sind besonders gefährdet“, so Brennenstuhl, der in diesem trockenen Sommer nur etwa ein Siebtel des Niederschlages von 2017 gemessen hatte. „Sogar unsere geschützten Trockenwiesen und die Orchideen leiden. Zum Glück sind aber einige Arten robust und können Wasser in einer Art Knolle speichern“, weiß der Salzwedeler Naturschützer.

Von Kai Zuber

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