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Tausende Male zur Rettung geeilt – Jahresbilanz des DRK

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Von: Lydia Zahn

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Um geleistete Blutspenden im Jahr 2021 ging es unter anderem in der Jahresbilanz von DRK-Geschäftsführer Sven Knoche. Die Grafik zeigt die Entwicklung über die Jahre von 2008 bis 2021. © DRK

Das Jahr 2021 lief für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Salzwedel gemischt. Wichtige Blutspenden würden weniger und zusätzlich schränkte die Corona-Pandemie vieles ein. Aber das Jahr brachte auch Positives mit sich.

Salzwedel / Altmarkkreis – DRK-Chef Sven Knoche ließ das vergangene Jahr während der Jahresversammlung des Kreisverbandes in Salzwedel noch einmal Revue passieren. So hatten 78 hauptamtliche Mitarbeiter, davon elf Auszubildende, sieben geringfügig Beschäftigte sowie 1071 fördernde Mitglieder den Betrieb am Laufen gehalten. Allein der Rettungsdienst absolvierte 2021 insgesamt 9579 Einsätze, davon waren 5838 Rettungs-, 2336 Notarzt- und 1405 Krankentransporteinsätze. 1071 waren Fehleinsätze.

49 Blutspendetermine mit 3283 Spendern verzeichnete das DRK 2021 (inklusive des Ortsvereins „Albert Schweitzer“ in Letzlingen), das sind knapp 70 Spender weniger als noch 2020. Eine Bilanz des Kreisverbandes zeigt (siehe Grafik), dass das Spendenverhalten in den Jahren gesunken, dann wieder angestiegen und schlussendlich wieder gesunken ist.

Die Erste-Hilfe-Kurse haben vergangenes Jahr einen neuen Höhepunkt erreicht. Nachdem es 2020 nicht einmal 30 gegeben hatte, hat sich die Zahl 2021 fast verdoppelt. Und auch die Kurse für das Erste-Hilfe-Training sind wieder angestiegen.

Neue Ausstattung

Das Notfallseelsorgeteam mit seinen 17 Ehrenamtlichen wurde insgesamt zu 36 Einsätzen gerufen, meistens wegen Todesfällen im häuslichen Bereich und der Polizeibegleitung beim Überbringen der schlimmen Nachrichten. Die Wasserwacht hatte vergangenes Jahr zwar keine Einsätze, dafür aber eine Übung auf dem Arendsee.

Besonders erfreulich waren 2021 laut Sven Knoche auch die Anschaffungen. „Aufgrund der wirtschaftlich positiven Entwicklung der Vorjahre konnten wir in unsere Ausstattung investieren“, erklärte er. So bekam das DRK Ende Oktober fünf neue Fahrzeuge für die Sozialstation.

Außerdem gab es zwei neue Reanimationspuppen für den Erste-Hilfe-Bereich, zwei neue Fahrzeuge für den hauseigenen Fahrdienst sowie Jacken und Pullover für die Ehrenamtlichen des Blutspende-Teams. Zudem wurden eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach installiert, der Flur der Geschäftsstelle renoviert und modernisiert sowie die Garagen umgebaut. Des Weiteren bekam die Wache in Dähre einen neuen Rettungswagen.

Aber es gab auch Kritik vom Chef. So wurde 2021 ein Coronabonus vom Staat an alle Pflegekräfte ausgeschüttet, aber nicht an Mitarbeiter im Rettungsdienst, ärgerte sich Knoche. „Was ist mit den Mitarbeitern in anderen Berufsgruppen, die nahe am Patienten tätig sind?“, fragte er sich und spielte damit auf Essens- und Fahrdienste an. Ein weiterer Punkt, den der Vorstandsvorsitzende nicht versteht: „In Niedersachsen dürfen angelernte Helfer leichte Behandlungspflegen durchführen, in unserem Bundesland aber nicht. Warum ist das so? Sind die Hilfebedürftigen 15 Kilometer von der ehemaligen Grenze entfernt anders?“

Traum vorerst geplatzt

Ein weiteres Thema war das geplante Wohn- und Pflegequartier des DRK. Es sollte in Salzwedel Platz für Wohnungen für Menschen mit unterschiedlichen Hilfebedarfen, einer Tagespflege, einen ambulanten Pflegedienst und ambulant betreute Wohngemeinschaften bieten. Doch der groß angelegte Plan, für den das DRK bereits ein Grundstück erworben hat, scheint vorerst zerplatzt. Genauere Informationen dazu in der morgigen AZ-Ausgabe.

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