44 Tatorte in Salzwedel

Prozessauftakt gegen einen Altmärker wegen rechter Schmiereien

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Über 130 Schmierereien mit rechten Hintergrund mussten – wie hier von Mitarbeitern des Bauhofes – nach der nächtlichen Farbattacke am 3. Oktober beseitigt werden. Die Gerichtsverhandlung beginnt am heutigen Dienstag um 13.30 Uhr.

Salzwedel. Mit über 130 zum Teil rechten Schmierereien wurde die Salzwedeler Innenstadt in der Nacht zum 3. Oktober 2013 verschandelt. Dies sorgte bundesweit für Aufsehen, auch in der Tagesschau wurde darüber berichtet.

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Das Entsetzen hat wachgerüttelt

Am heutigen Dienstag, 15. September, beginnt der Prozess um 13.30 Uhr im Amtsgericht der Hansestadt. Die Verhandlung ist öffentlich. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen vier Altmärker aus den Regionen Diesdorf und Salzwedel erhoben. Es gab 2013 auch Hausdurchsuchungen. Das Amtsgericht hat aber nur gegen einen der vier Männer die Anklage zugelassen. Wie Dr. Michael Steenbuck, Pressesprecher des Landgerichtes, gestern erklärte, mangelt es bei den anderen drei Fällen an Beweisen. Der Angeklagte ist 23 Jahre alt und stammt aus dem Bereich Salzwedel. Ihm wird vorgeworfen, in 44 Fällen Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen an Hauswände geschmiert zu haben. Dabei handelte es sich unter anderem um Hakenkreuze. Dazu kommt Sachbeschädigung an 44 Tatorten bzw. Objekten in Salzwedel. Verhandelt wird vor dem Schöffengericht.

Die Tat löste in der Bevölkerung vor zwei Jahren blankes Entsetzen aus. Mitarbeiter der Stadtverwaltung hatten über Wochen alle Hände voll zu tun und beseitigten die Schmierereien. Da auch viele Privathäuser betroffen waren, legte die Stadtverwaltung ein Förderprogramm auf. Zudem gab es in Folge der Schmierereien eine Demonstration von linksgerichteten Gruppen.

Angesetzt sind drei Verhandlungstage. Nach dem Beginn am heutigen Dienstag geht es am 29. September sowie am 2. Oktober weiter.

Von Christian Ziems

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