IM GERICHT 58-Jähriger zu Bewährungsstrafe verurteilt

Tankbetrug fliegt am Ende auf: "Ja, ich gebe alles zu"

Salzwedel – Das Salzwedeler Amtsgericht hat am Freitag einen 58-jährigen Hansestädter wegen Betrugs verurteilt.

Der Mann hatte zwischen Juni 2017 und Juli 2018 mindestens 24-mal auf dem Betriebsgelände der PVGS (Personenverkehrsgesellschaft) privat getankt, dies aber als Firmennutzung getarnt. Dafür gab es am Ende der Verhandlung eine Bewährungsstrafe.

„Ja, ich gebe alles zu“, legte der Angeklagte gleich zu Beginn ein Geständnis ab. Er habe sich zum Betrug hinreißen lassen, da es im ersten Moment so einfach erschien.

Richter Dr. Klaus Hüttermann gab an, dass der 58-Jährige bereits im August 2018 ein „Höllengespräch“ in den Räumen seines ehemaligen Arbeitgebers hinter sich hat. Dort sei er stundenlang befragt worden, habe sich zunächst gewunden, dann aber doch alles zugegeben. Der Schaden von 1220,71 Euro sei mittlerweile zurückgezahlt, hieß es vor Gericht.

Die Firma, bei der der Angeklagte bis zu seinem Rauswurf im August 2018 gearbeitet hat, kann bei der PVGS per Chip und PIN-Nummer Fahrzeuge betanken. So einen Chip hatte der 58-Jährige in seiner Firma gefunden, sagte er vor Gericht aus. 13-mal tankte er mit dem einen Chip; nachdem dieser gesperrt worden war, tauschte er ihn gegen einen anderen, mit dem er weitere elfmal tankte, kam vor Gericht ans Licht. Die PIN-Nummern holte er sich aus den Arbeitstagebüchern zweier Kollegen; eine dritte sei leicht zu merken gewesen, so der Angeklagte.

Die Sache flog auf, als Tankrechnungen für ein Fahrzeug auftauchten, das nach Ungarn verkauft worden war. Auch eine Kamera an der Tankanlage hatte der Dieseldieb nicht bedacht. So gab es am Ende keine Zweifel: Neun Monate, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung, lautete das Urteil.  hey

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